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NFL

Super Bowl: Burrow und Stafford vor Quarterback-Duell

Los Angeles (dpa)

Der Super Bowl der NFL wird immer auch als Duell der Quarterbacks verstanden und beworben. Matthew Stafford von den Rams und Joe Burrow von den Bengals haben eine ganz eigene Geschichte hinter sich.

Von Maximilian Haupt, dpa

Quarterback Joe Burrow steht mit den Cincinnati Bengals im Super Bowl. Foto: Eric Gay/AP/dpa

So cool wie Joe Burrow war Tom Brady auch mit 25 Jahren nicht.

Die Outfits und das Selbstbewusstsein des Quarterbacks von den Cincinnati Bengals sind in US-Medien und sozialen Netzwerken seit Wochen ein Thema - vor allem, weil Burrow auf dem Feld so gut ist und sein Team am Sonntag (15.30 Uhr/Ortszeit) gegen die Los Angeles Rams zum ersten Super-Bowl-Sieg seiner Geschichte führen könnte. «Er hat jetzt schon Werkzeug in seinem Kasten, das ich in dem Alter nicht hatte», sagte Brady vor Kurzem, als Burrow zu Gast war im Podcast des erfolgreichsten Football-Profis der NFL-Geschichte. Von dessen sieben Titeln ist Burrow zwar noch sieben Titel entfernt - doch Zweifel an einer großen Karriere hat niemand.

Mit den Bengals trifft er im Super Bowl in der Nacht zum Montag (0.30 Uhr/MEZ) auf die Los Angeles Rams von Matthew Stafford, der seine ganz eigene Geschichte mitbringt vor diesem wichtigsten Football-Spiel des Jahres, das immer irgendwie vor allem als Duell der Spielmacher wahrgenommen und beworben wird. Bei Stafford sind es vor allem die zwölf Jahre bei den Detroit Lions, in denen der offensichtlich gute Quarterback von einem schwachen Team ausgebremst wurde und nicht einen einzigen Playoff-Sieg verbuchen konnte. Dem seit Montag 34 Jahre alten Stafford würden es viele Leute gönnen, wenn es direkt am Ende der ersten Saison mit den Rams zum ganz großen Wurf reicht.

Unterschiedliche Ansätze

Stafford spielt für ein Team, das in dieser Saison endgültig alles auf eine Karte gesetzt hat. Für seinen Wechsel von Detroit nach LA gaben die Rams wertvolle Rechte im Draft ab und wiederholten die Taktik, um Verteidiger Von Miller von den Denver Broncos nach Kalifornien zu holen. Dazu kommt Aaron Donald, der für viele beste Profi der NFL, Jalen Ramsey, Odell Beckham jr., Cooper Kupp - der Kader ist gespickt mit Stars, einige davon sogar Superstars in der Liga. «So denkt die Außenwelt über uns - wir aber kommen einfach jeden Tag zur Arbeit und wollen unseren Job machen», sagte Stafford.

Ein komplett gegensätzlicher Ansatz hat die Bengals dagegen erstmals seit 1989 wieder in den Super Bowl gebracht. Als schlechtestes Team der Liga hatten sie vor zwei Jahren das Recht, als erste im Draft einen jungen Spieler auszuwählen - und nahmen Burrow. Im vergangenen Frühjahr schnappten sie sich an fünfter Stelle Ja'Marr Chase, mit dem Burrow schon am College prächtig harmonierte. Außerdem verwendeten sie als einziges Team der Liga einen der sogenannten Draft-Picks für einen Kicker: Evan McPherson. Der war durch Videos von Trick-Kicks schon eine kleine Internet-Berühmtheit - und erzielte in den Playoffs gegen die Kansas City Chiefs das entscheidende Field Goal auf dem Weg in den Super Bowl.

Lange nur Ersatzmann

Im Zentrum des Erfolgs steht aber Burrow. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man seine Geschichte kennt: Als guter Spieler an der High School bekam er trotzdem kaum Aufmerksamkeit von Unis. Bei der Ohio State University war er drei Jahre lang nur Ersatz. Dann wechselte er nach Louisiana an die LSU, wurde in seinem zweiten und letzten Jahr dort zum besten College-Spieler der USA gewählt und im Draft an erster Stelle von den Bengals ausgewählt - nur um sich dann in seiner ersten Saison das Kreuzband zu reißen.

Nun, zum Ende seiner zweiten Saison, steht er im Super Bowl. Und ist dabei auf und neben dem Platz so ruhig und cool, dass er mehrere Spitznamen verpasst bekommen hat. «Joe Cool» ist offensichtlich, «Joe Brr» wegen des Eises in seinen Adern in brenzligen Situationen und «Joey Franchise», weil ihm allein zugetraut wird, die Bengals über Jahre zu einem erfolgreichen Teil der NFL zu machen. Gefragt, welchen Spitznamen er am liebsten mag, antwortete er: «Nennt mich einfach Joe.» Womöglich hat dieser Allerweltsname in Football-Kreisen in ein paar Jahren die gleiche Strahlkraft wie Tom. Cooler ist er schon jetzt.

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