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Winterspiele in Peking

Seegert zur Quarantäne: «Keine Horrorszenarien im Kopf»

Peking (dpa)

Der in Corona-Quarantäne sitzende Eiskunstläufer Nolan Seegert hat Schwierigkeiten mit der aufgezwungenen Bewegungslosigkeit im Zimmer seines Isolations-Hotels.

Von dpa

Nolan Seegert und seine Eis-Partnerin Minerva Hase. Foto: Sergei Grits/AP/dpa

«Es ist natürlich nicht gesund, dass man von 100 Prozent auf null runtergefahren wird», sagte der 29-jährige Berliner bei den Olympischen Winterspielen in Peking der Deutschen Presse-Agentur. «Einen dazu zu zwingen, ist nicht gut.» Man hätte zumindest «einen Hofgang» einbauen sollen. Erst nach drei Tagen sei ihm in einem Raum gegenüber ein Fahrradergometer zur Verfügung gestellt worden, sagte Seegert.

Das Verständnis von Seegert, der zusammen mit Paarlauf-Partnerin Minerva Hase im Januar EM-Achter geworden war, ihn so lange ohne Trainingsmöglichkeiten zu lassen, ist gering. «Die Olympischen Spiele sind der größte sportliche Wettkampf für einen Athleten im Leben», sagte er. «Wenn man es an einer Stelle erwarten kann, dann hier.»

Was das für Folgen für den nach der Zwangspause noch eingeplanten Paarlauf-Einzelwettkampf am 18. und 19. Februar haben wird, kann er schwer einschätzen. «Es hat einen Grund, warum wir jeden Tag auf das Eis gehen», meinte Seegert zur Vorbereitung. «Wir haben seit einer Woche nicht mehr zusammen trainiert. Das ist ein großer Verlust.»

Dennoch will er alles versuchen, um auf dem olympischen Eis mit Hase trotzdem eine gute Figur zu machen. «Ich versuche es so gut wie möglich zu machen und nicht jetzt schon Horrorszenarien im Kopf zu haben», sagte er. Nicht mitwirken konnte das Duo im Teamwettbewerb.

Das Alleinsein in der Isolation habe er bisher gut überstanden, zumal es nicht die erste Quarantäne in diesem Winter gewesen ist. Ähnliches musste das Duo unter anderem auch beim Grand Prix in Japan überstehen. «Wir Sportler haben uns weder China noch Corona ausgesucht», sagte Seegert. «Jeder wusste aber, dass es Corona-Spiele werden würden.» Deshalb sei die Enttäuschung, nach dem positiven Test nichts mehr von Olympia mitbekommen zu haben, nicht allzu groß: «Es besteht ja auch noch die Chance, dass es noch gut werden wird.»

Ein sportliches Olympia-Ziel hätten sie sich ohnehin nicht gesetzt. «Wir sind realistisch und wissen, dass wir nicht um die Medaillen mitlaufen. Für uns geht es darum, zwei gute Leistungen auf das Eis zu bringen», sagte Seegert. «Erstes Ziel ist, aus der Quarantäne rauszukommen, was hoffentlich nicht mehr so weit entfernt ist.»

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