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In 8 Schritten zu einem erholsamen Urlaub mit Kindern

Berlin (dpa/tmw)

Der gemeinsame Urlaub mit Kindern soll die schönste Zeit des Jahres sein. Wir zeigen Ihnen, wie Sie als Familie entspannt auf Reisen gehen - und wie dabei alle auf ihre Kosten kommen.

Von Philipp Laage, dpa

Foto: Patrick Pleul/dpa/dpa-tmn

Den Alltag hinter sich lassen, gemeinsam eine harmonische Zeit verbringen, Raum zum Entspannen und Entdecken haben: Ein erholsamer Urlaub mit Kindern ist wertvoll.

Damit die gemeinsame Reise zur schönsten (gemeinsamen) Zeit des Jahres wird, wollen ein paar Dinge durchdacht und geplant sein. Wir haben eine kurze Anleitung für Familien. Folgen Sie einfach diesen Schritten:

1. Wohin soll es gehen? Die schönsten Reiseziele für Familien

Ob heimische Gefilde, Berge oder Mittelmeer: Die Auswahl an Zielen ist riesig. Es gibt Klassiker, die Veranstalter für Familien besonders empfehlen. Die Top-Ziele im deutschsprachigen Raum:

  • Unkomplizierte und entspannte Ferien lassen sich an der Nordsee und Ostsee verbringen. Die Anreise ist kurz, die Umgebung recht vertraut und die Infrastruktur ausgezeichnet. Das Planschen und Burgen bauen am Strand macht sogar ohne Sonnengarantie Spaß. Eine Alternative zum Meer ist außerdem die Mecklenburgische Seenplatte.
  • Für Naturerlebnisse und Urlaub auf dem Land zieht es viele Familien mit Kindern nach Bayern, etwa in den Bayerischen Wald.
  • Sie mögen die Berge lieber als das Meer? Dann bietet sich ein Urlaub in Österreich an, zum Beispiel in Tirol - nicht nur mit Kindern, die gerne wandern. Die Tui nennt auch Kärnten als beliebtes Familienziel mit Seen und abwechslungsreichem Freizeitangebot. Der Veranstalter Vamos Eltern-Kind-Reisen empfiehlt außerdem Südtirol.

Wer das Fliegen und eine fremde Sprache nicht scheut, ist mit Kindern rund ums Mittelmeer richtig - und wird mit viel Sonne belohnt.

  • Spanien und hier vor allem Mallorca ist ein absolutes Sehnsuchtsziel von Familien. Die Fluganbindung auf die Lieblingsinsel der Deutschen ist erstklassig, das Hotelangebot sehr breit, die Spanne an Aktivitäten vielfältig - von Relaxen bis Aktivurlaub.
  • Eine Alternative zu den Balearen mit Meer - aber ohne Fliegen - sind die ebenfalls sonnenreiche italienische Adria und Kroatien.
  • Ein absolutes Familienziel ist auch die Türkei. Die Veranstalter heben vor allem das unschlagbare Preis-Leistungs-Verhältnis und die hohe Qualität der Hotelanlagen hervor. Es gibt viel All-Inclusive, tolle Aquaparks, viel Animation und kindergerechte Angebote.
  • Etwas länger fliegen muss man nach Ägypten (Frankfurt-Hurghada: ca. 4,5 Stunden). Hier locken das Rote Meer mit Wassersport, bestes Wetter und hochwertige Hotels mit Rundumverpflegung.
  • Top-Sonnenziel am Mittelmeer ist außerdem Griechenland. Bei Familien sehr beliebte Inseln sind Kreta, Rhodos und Kos.

Urlaub auf hoher See gefällig? Kreuzfahrten eignen sich für Urlaub mit Kindern ebenfalls hervorragend. Die deutschen Marktführer Aida und Tui Cruises bieten auf vielen Fahrten betreutes Ferienprogramm für Kinder, während die Eltern ausspannen und relaxen können.

2. Pauschal oder individuell: Was passt zu uns?

Wollen Sie sich Ihren Urlaub von einem Veranstalter organisieren lassen oder lieber selbst planen? Das ist auch Typsache. Ein paar rechtliche Unterschiede sollte man kennen:

Die Pauschalreise

Eine Pauschalreise ist ein Paket, das mindestens aus Transport und Unterbringung besteht. Der Veranstalter kümmert sich dabei um alles, vor Ort gibt es einen Ansprechpartner. Bei Problemen zum Beispiel mit dem Hotel steht er in der Pflicht. Vor allem für Familien ist das sehr bequem. Dafür ist man weniger flexibel.

Es gilt das deutsche Pauschalreiserecht. Wichtiger Punkt: Wird eine versprochene Leistung nicht erbracht, kann man als Gast einen Reisemangel geltend machen - und bekommt später Geld zurück.

Individuell gebuchte Reisen

Bei der individuell gebuchten Reise sind Familien in der Gestaltung völlig frei und unabhängig. Dafür müssen sie Anreise und Unterkunft selbst planen und aufeinander abgestimmt buchen. Möglichen Ärger müssen sie mit der Airline oder dem Hotelier direkt klären.

Ob man im Reisebüro oder im Internet bucht, ist noch einmal eine andere Frage, die mit der Reiseform nichts zu tun hat. Hier geht es darum, ob man sich Vor-Ort-Beratung durch Reiseprofis wünscht.

Fazit: Wem Sicherheit und Bequemlichkeit wichtig sind, wählt am besten eine Pauschalreise. Sie ist auch die beliebteste Reiseform für Badeurlaub rund ums Mittelmeer. Nahziele, die mit dem eigenen Auto erreichbar sind, werden eher individuell gebucht. Das Gleiche gilt für Urlaub in der Ferienwohnung (dazu später mehr).

Alles dabei? Packlisten erleichtern die Reisevorbereitungen mit Kindern. Foto: Mascha Brichta/dpa Themendienst/dpa-tmn

3. Anreise: Die gängigen Verkehrsmittel im Familien-Check

Die Wahl des optimalen Transportmittels hängt vom Reiseziel ab. Mit dem Zug oder Auto kommt man bequem an die Nordsee oder nach Bayern. Wer nach Mallorca will, muss fliegen. Unsere Tipps:

Tipps für die Anreise mit dem Auto:

  • Der Auto Club Europa (ACE) rät mit Kindern zu nicht mehr als fünf Stunden Fahrt pro Tag. Dabei regelmäßig Pausen machen.
  • Unterwegs genug trinken, luftige Kleidung tragen, ein paar gesunde Snacks wie Obst einpacken. Spuckbeutel und Papiertücher ins Handschuhfach. Die Klimaanlage sollte nicht zu kalt eingestellt sein.
  • Für die Unterhaltung im Auto sorgen unter anderem Hörbücher, Malbücher, Ratespiele und Magnet-Reisespiele.

Eine Packliste für das Verreisen mit Kindern und Spiele-Ideen haben der ADAC und das Online-Reisemagazin Kidsaway.

Tipps für die Anreise mit dem Zug:

Den Zug statt das eigene Auto zu nehmen ist nachhaltiger. Man ist aber auch weniger flexibel. Wichtig: Das Reiseziel muss zum einen ans Bahnnetz angeschlossen sein.

Zum anderen sollte man vor Ort bequem und einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurechtkommen. Oder nicht drauf angewiesen sein, weil man alles zu Fuß oder mit dem Rad machen kann.

Ines Rewel und ihre Familie unternehmen vor allem Städtetrips gerne mit dem Zug. «Das Angebot wird größer, aber noch braucht es viel Zeit, um herauszufinden, wie man gut und günstig von A nach B kommt», sagt die Autorin des Familien-Reiseblogs Viermal Fernweh. Schon seit ihre Kinder auf der Welt sind, reist sie mit Mann, Sohn und Tochter als Familie.

Die Anreise mit dem Zug ist auch eine Preisfrage: «Die Bahn kann immer noch teuer sein, das muss man sich gerade als Familie auch leisten können», sagt Rewel.

Und was ist mit Spartickets? Die seien für Familien in den Ferien nur bedingt hilfreich: «Wenn man in den Herbstferien eine Woche Urlaub hat, bringt es nichts, wenn die günstigsten Angebote in der Wochenmitte liegen.»

Gut zu wissen: Für Urlaub in Deutschland gibt es bei der Deutschen Bahn Tarife für Kinder: Erwachsene Fahrgäste können bis zu vier Kinder bis einschließlich 14 Jahre kostenlos im Zug mitnehmen. Das Verwandtschaftsverhältnis spielt dabei keine Rolle.

Voraussetzung ist, dass Kinder auf der Fahrkarte ihrer Begleitperson eingetragen sind. Bei Kindern unter 6 Jahren ist das nicht nötig. Ab einem Alter von 15 Jahren wird der volle Preis fällig.

Tipps für eine Flugreise:

  • Kinder brauchen der Lufthansa zufolge eigene Reisedokumente. Einträge in den Pässen der Eltern sind ungültig. Um die Beantragung beim Bürgeramt sollte man sich rechtzeitig kümmern.
  • Es kann sein, dass nur ein Elternteil mitreist oder dieses nicht das alleinige Sorgerecht hat. Dann empfiehlt die Bundespolizei, bei minderjährigen Kindern eine formlose Vollmacht des nicht mitreisenden Elternteils dabei zu haben. Das ist zwar keine Pflicht, kann aber die Grenzkontrolle erleichtern. Am besten Kopien aller Dokumente machen.
  • Nicht an der Sitzplatzreservierung sparen. Sonst kann es gerade in Ferienzeiten sein, dass man im Flieger nicht zusammensitzt.
  • Am besten nehmen Eltern Wechselkleidung mit - auch für sich selbst. Falls etwas verschüttet wird. Oder dem Kind übel wird.
  • Spielzeug, Bücher und ein Kuscheltier gehören ebenfalls mit in die Kabine. Und bei kleinen Kindern viel Aufmerksamkeit der Eltern.
  • Wer nicht pauschal bucht, sollte sich genau über die Kosten informieren: Ab welchem Alter zahlt das Kind welchen Preis? Was kostet das Aufgabegepäck? Was der Kinderwagen? Hier schauen Eltern am besten auf den Webseiten der entsprechenden Airline nach.
Kinder freuen sich über Beschäftigung. Das macht Spaß und die Zeit vergeht schneller. Foto: Andreas Arnold/dpa/dpa-tmn

4. Bitte alles kindgerecht: So finden Sie die richtige Unterkunft

Hier bieten sich mehrere gute Optionen für Eltern mit Kindern an, die auch von der Reiseform und vom Reiseziel abhängen. Eine wichtige Frage lautet hier: Hotel oder Ferienwohnung?

Ines Rewel hält typische Familienhotels mit Kinderbetreuung und Animation besonders für Eltern mit kleineren Kindern für eine gute Lösung. «Das ist sehr entspannend. Jeder kann ein bisschen seins machen. Wir sehen das bei unseren Freunden mit kleinen Kindern: Die sehnen sich danach, mal eine Stunde in Ruhe ein Buch zu lesen.»

Wer seinen Urlaub bei einem großen Veranstalter bucht, findet Hotels speziell für Familien leicht. Eine Übersicht:

  • Tui hat mehr als 40 Häuser mit Tui Kids Club im Angebot: All-Inclusive, deutschsprachige Kinderbetreuung an sechs Tagen die Woche für Kids von drei bis elf Jahren, dazu Programm für Teenager. Hotels der Marke Tui Blue für Familien erkennt man am Zusatz «For Families».
  • Einige der beliebten Ferienclubs von Robinson sind auch speziell auf die Bedürfnisse von Familien ausgerichtet. Erkennbar am Zusatz «For Family» im Reisekatalog oder auf der Webseite.
  • DER Touristik mit den Marken ITS und Jahn Reisen verweist auf seine Hotelmarke Calimera. Die All-Inclusive-Unterkünfte seien auf die Bedürfnisse von Familien mit Kindern und Teens zuschnitten. So gibt es etwa den Calimigo Kids Club und Kinderbetreuung, die nach verschiedenen Altersgruppen der Kinder aufgeteilt ist.
  • Bei FTI aus München sind die All-Inclusive-Hotels der Marke Labranda laut dem Veranstalter besonders für Familien geeignet. In der Türkei kämen die Dreamworld-Hotels mit ihren Rutschenparks hinzu.
  • Alltours hat für Familien die Hotelmarke Family & Friends im Angebot, die ebenfalls professionelle Kinderbetreuung umfasst. Es gibt den Allsun Kids Club und Club Alltourini.

Für Individualreisende lohnt es sich, nach Hotels Ausschau zu halten, die sich speziell an Eltern mit Kindern richten. Familotel etwa ist ein Zusammenschluss aus mehr als 60 Hotels in sieben Ländern. Ein anderes Netzwerk mit Häusern in vier Ländern sind die Kinderhotels.

Letztlich kommt es darauf an, womit man sich als Familie wohlfühlt - und welche Dinge einem deshalb wichtig sind:

  • Verpflegung: Die einen wünschen sich All-Inclusive, andere genau das nicht. «All-inclusive ist eine feste Größe im Familienurlaub», heißt es bei Alltours.

    Bei Vamos Eltern-Kind-Reisen schätzen Familien gerade die Unterkünfte, in denen sie die Wahl zwischen Halbpension und Selbstversorgung haben.

    Beliebt sind auch Appartements in der Nähe einer Ortschaft, in der man gut einkaufen kann. «Am besten gibt es dort einen Bäcker für morgens, eine nette Taverne für mittags und ein charmantes Restaurant für den Abend», so der Veranstalter.
  • Kinderbetreuung: Hier ist die wichtige Frage: Passt die angebotene Kinderbetreuung zum Alter meines Kindes? Im Ausland sind deutschsprachige Betreuer und Animateure wertvoll.
  • Angebote und Ausstattung für Kinder: Zu nennen sind hier etwa Kinderbuffets, kindgerechte Ausstattung wie niedrige Waschbecken, Kinderpools, Spielplatz oder Babysitter-Service und Buggyverleih. Spannend für Kids sind außerdem Anlagen mit Wasserpark.
  • Aktivitäten - auch für Erwachsene: Nicht nur die Kinder sollen im Urlaub auf ihre Kosten kommen. Auch die Eltern wollen gerne mal Sport treiben, Wellness machen und einen Drink schlürfen.

Unabhängigkeit und Flexibilität, eine Küche zum Kochen, viel Platz zum Schlafen, Spielen und Essen: Wem das als Familie wichtig ist, für den empfiehlt sich eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus.

4 wichtige Tipps für die Online-Buchung

Auf diese Punkte sollten Sie bei der Buchung im Internet achten, um nicht auf unseriöse Angebote hereinzufallen:

Hotel oder Fewo? Es gibt auch eine Zwischenform, die Ines Rewel und ihre Familien schätzen: Familien-Apartments mit eigener Küche in Hotels. Hier hat man quasi das beste aus beiden Welten.

Am Urlaubsort ist man mit dem Auto flexibler. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

5. Im Urlaub wie zu Hause fühlen: Darauf kommt es beim Zimmer an

Auch hier stehen die eigenen Bedürfnisse im Vordergrund. Veranstalter wissen, was Familien häufig wichtig ist. Eine Checkliste für den Termin im Reisebüro oder die eigene Suche im Netz:

  • In vielen Hotels gibt es Familienzimmer, also meist zwei Räume jeweils für die Eltern und Kinder. Am besten sind diese durch eine Tür getrennt, sodass Eltern und Nachwuchs auch ihre Ruhe haben können. Ein Doppelzimmer mit Zustellbett ist die Alternative.
  • Für kleine Kinder sollte es Kinderbett oder Babybett, Hochstuhl und eventuell ein Babyphone geben (falls nicht ohnehin im Gepäck).
  • Will man selbst kochen, braucht man ein Zimmer mit eigener Küche.
  • Das Zimmer auch auf Sicherheitsaspekte hin abklopfen. Zwei Ebenen und offene Treppen empfehlen sich bei kleinen Kindern nicht.
  • Auch die Größe des Zimmers spielt eine Rolle für einen entspannten Urlaub. Hält man sich öfter drinnen auf oder vor allem draußen?
  • Last but not least: «WLAN muss sein», sagt Ines Rewel. Erst recht, wenn die Kinder so langsam in die Pubertät kommen. «Das ist inzwischen wichtiger als eine Spülmaschine.»
  • Oft Standard, aber nicht immer: eine Klimaanlage.

6. Mit diesen grundsätzlichen Tipps sparen Familien im Urlaub

  • Möglichst früh buchen: «Rechtzeitig buchen ist als Familie umso wichtiger», sagt Ines Rewel. Sie empfiehlt, mindestens sechs Monate vor dem geplanten Urlaub nach Angeboten zu schauen. «Wir machen das gerne zwischen den Jahren.» Wer mit Veranstalter verreist, sucht am besten noch früher. Hier warten attraktive Frühbucherrabatte.
  • Kinderfestpreise und Ermäßigungen: Die großen Veranstalter bieten viele Rabatte für die kleinen Mitreisenden. Bis zu einem gewissen Alter schlafen sie zum Beispiel kostenlos im Zimmer der Eltern. Oder es fällt eine Pauschale an, etwa 99 Euro. Die genauen Konditionen sind unterschiedlich und hängen auch vom Alter der Kinder ab.
  • Im Hotel nachfragen: Wer etwa einen City-Trip selbst plant, findet ebenfalls familiengerechte Angebote. «Es gibt Hotels, in denen sind Kinder bis zu einem bestimmten Alter kostenfrei», sagt Rewel. Auf der Webseite steht das manchmal nicht. Anrufen und fragen.
  • Gegen die Saison reisen: «Das funktioniert mit einigen Reisezielen», sagt Rewel. Die Familie war zum Beispiel im Januar in Athen. «Das ist eine Zeit, wo keine Massen unterwegs sind. Und Südafrika haben wir in unserem Sommer und deren Winter gemacht.» Oder vielleicht Winterferien an der Ostsee? «Trotz der Ferien haben wir bezahlbare Unterkünfte für uns vier gefunden», berichtet Rewel.

7. Gut zu wissen: Einreisebestimmungen, Impfungen und Gesundheit

Wer ins Ausland reist, sollte wissen, welche Vorgaben für die Einreise von Kindern gelten. Die erste Anlaufstelle sind hier die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

Wichtige Punkte für die Einreise sind hier zum Beispiel: Reicht der Kinderreisepass? Und darf der Pass verlängert sein? «Solche Fragen zu beantworten, ist für mich das A und O», sagt Rewel.

Das Auswärtige Amt informiert auch über Gesundheitsrisiken im jeweiligen Land. «In Südafrika zum Beispiel haben wir darauf geachtet, nur Nationalparks zu besuchen, die malariafrei sind», nennt Rewel als Beispiel. Eine Beratung beim Tropenmediziner kann bei weit entfernten und tropischen oder subtropischen Reisezielen ratsam sein.

Was gehört in die Reiseapotheke für Kinder?

Kinderarzt Prof. Hans-Jürgen Nentwich aus Zwickau nennt die drei häufigsten Gesundheitsprobleme von Kindern auf Reisen: Infekte mit oder ohne Fieber, Durchfall und Verletzungen. Empfehlungen:

  • Mittel zur Fiebersenkung etwa in Zäpfchenform
  • Elektrolytlösung (bei Durchfall)
  • Pflaster, Mullbinden und Desinfektionsmittel für kleine Wunden
  • Nasenspray für sehr junge Kinder zum Druckausgleich im Flieger

Auch der Sonnenschutz darf im Urlaub nicht fehlen. Prof. Nentwich nennt eine Faustregel: «Nicht mehr als zwei Handflächen der Haut sollten gleichzeitig der Sonne ausgesetzt sein.» Das können zum Beispiel mal die Beine oder mal die Arme sein. Außerdem sollten Eltern an Mückenschutz denken, gerade in Südeuropa.

Welche Impfungen sollte mein Kind haben?

«Die aktuell von der Stiko empfohlenen Grundimpfungen sind der Einstieg», sagt Nentwich. Hinzu komme eine Influenzaimpfung. «Auch bei Kindern ist die Grippe eine der häufigsten Erkrankungen.»

Und dann gibt es noch länderspezifische Impfungen. Auch hier hat Nentwich eine praktische Faustregel: «Eine Impfung gegen Hepatitis A für alle Reiseziele östlich der Oder. Und eine Impfung gegen Hepatitis B für Ziele südlich der Alpen.» Ebenfalls wichtig für Kinder sei eine Meningokokken-Impfung.

Worauf sollte ich noch achten?

Generell sollten Eltern darauf achten, die An- und Abreise für die Kleinen möglichst stressfrei zu gestalten. Gerade dann, wenn es mit dem Flugzeug in den Urlaub geht. Hier kann auch Flugangst ein Thema sein. 

Man sollte den Kindern erklären, was auf sie zukommt und fragen, wovor genau sie Angst haben. Und: «Man sollte den Kindern sagen, dass das Flugzeug ein sicheres Verkehrsmittel ist», rät Kinderarzt Nentwich.

Gibt es eine deutliche Zeitumstellung, sollten Eltern 14 Tage vor der Reise damit beginnen, die Kinder darauf einzustellen, rät Nentwich. «So können sie sich an den neuen Rhythmus gewöhnen.»

Damit Kinder sich unterwegs munter und geborgen fühlen, helfen sowohl Vertrautes wie auch passende Ablenkung:

  • Lieblingskuscheltier, Lieblingsspielzeug oder Schnuffeltuch
  • Hörspiele, Bücher, Rätselblöcke, Kartenspiele etc.
Auch Teenager können im Familienurlaub auf ihre Kosten kommen. Foto: Ronny Hartmann/dpa-tmn

8. Damit alle zufrieden sind: Gemeinsam die Zeit gestalten

«Nicht das Wohin ist das Wichtigste, sondern dass man aus dem Alltag ausbricht», sagt Ines Rewel auf eigener Erfahrung. «Und als Familie gemeinsam eine entspannte Zeit miteinander hat.»

Gehen Kinder auf die 12 Jahre zu oder sind schon älter, sollte man sie in die Urlaubsplanung mit einbeziehen. Familie Rewel achtet darauf, dass alle auf ihre Kosten kommen. «Jeder hat vielleicht auch mal ein bisschen Vorrang mit seinen Wünschen.»

Und was tun, wenn doch mal alles blöd ist?

Es kann sein, dass man beim Hotel leider daneben gegriffen hat. «In diesem Fall schmollt man ein oder zwei Tage und muss sich dann entscheiden», sagt Rewel: «Entweder man macht das Beste draus und konzentriert sich auf die schönen Dinge. Oder man muss etwas ändern, also abreisen oder sich eine andere Unterkunft suchen.»

So ging es der Familie auf Paros. «Wir haben gesagt: Es ist, wie es ist. Wir lassen uns jetzt nicht die Laune verderben», erzählt Rewel. Dafür ist die Urlaubszeit mit den Kleinen auch viel zu kostbar.

«Wenn die Kinder kleiner sind, wünscht man sich als Eltern vor allem mehr Zeit für sich selbst. Später ändert sich das», sagt sie. «Man sieht, wie wertvoll und endlich die Zeit mit den Kindern ist, gerade auch die gemeinsame Zeit auf Reisen.»

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