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Wegen Risses in der Seilverankerung zwei Wochen gesperrt

A40-Rheinbrücke Mittwochmorgen wieder frei

Düsseldorf/Duisburg (dpa). Die seit zwei Wochen gesperrte Autobahnbrücke über den Rhein bei Duisburg wird am Mittwochmorgen wieder freigegeben. Damit ist die Strecke zwischen dem Ruhrgebiet und den Niederlanden einen Tag früher als zuletzt angekündigt wieder offen.

Die Rheinbrücke Neuenkamp in Duisburg. Foto: dpa

Die viel befahrene Brücke Neuenkamp war seit dem 2. August wegen eines Risses in der Seilverankerung in beide Richtungen für Autos und Lastwagen gesperrt. Ab 5 Uhr morgens könne der Verkehr wieder rollen, teilten das Verkehrsministerium und die Straßenbauverwaltung am Dienstag in Düsseldorf mit.

Zum Schutz der Brücke soll in den kommenden Wochen ein Sperrsystem für überladene Lkw eingerichtet werden. Fahrzeuge sollen vor der letzten Ausfahrt automatisch gewogen und bei mehr als 44 Tonnen Gewicht abgeleitet werden. Ein ähnliches System schützt derzeit die Leverkusener A1-Brücke. Sie sortiert aber bereits ab 3,5 Tonnen aus.

Mehr Gewicht im Ausland zulässig

Aus Branchenkreisen hieß es, überladene Lkw stammten vor allem aus dem Ausland. »In den Niederlanden und in Belgien gelten höhere Gesamtgewichte als bei uns«, hatte vergangene Woche Marcus Hover vom Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen gesagt. Allerdings kenne jeder Berufskraftfahrer auch die Grenzgewichte in ganz Europa. »Da gibt es schwarze Schafe und die gilt es einzufangen.«

Langfristig wird die A40-Brücke durch einen Neubau ersetzt. »Die Planungen laufen bereits«, sagte Ingrid Scholz von Straßen-NRW. Die 777 Meter lange Brücke wurde 1970 für bis zu 30 000 Autos am Tag gebaut. Die Belastung durch inzwischen täglich etwa 100 000 Fahrzeuge - davon 10 000 Lastwagen - hat das Bauwerk marode gemacht. Der Neubau wird nach Angaben der von Bund und Ländern getragenen Projektgesellschaft Deges frühestens 2026 fertig.

Der Neubau der Leverkusener Brücke soll dagegen möglichst noch dieses Jahr beginnen. Voraussetzung ist ein positiver Ausgang eines juristischen Verfahrens.

Hunderte Brücken stehen vor Sanierung

In den kommenden zehn Jahren müssen Hunderte Brücken auf Fernstraßen in NRW saniert oder ersetzt werden. Die Kosten werden mit 4,5 Milliarden Euro veranschlagt. Es handele sich vor allem um Brücken aus den 60er und 70er Jahren, sagte Scholz. Eines der größten laufenden Projekte ist die Lennetalbrücke auf der A 45 bei Hagen. Sie ist zum Teil fertiggestellt.

Die Sperrung der Brücke Neuenkamp hat nach Expertenschätzung täglich mehr als eine Million Euro an volkswirtschaftlichen Schäden verursacht. Pendler und Lkw-Fahrer mussten zeitraubende Umwege in Kauf nehmen.

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