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330 WESTFALEN-BLATT-Leser genießen Karl-May-Festspiele in Elspe

Im Wilden Westen

Elspe (WB). Bei einer Schussverletzung kann normalerweise nur ein Arzt helfen – doch im Wilden Westen gelten andere Gesetze. So kann zumindest in der Welt von Karl May auch Industriekauffrau Celine Hand anlegen, als in der atemberaubenden Stuntshow Kugeln fliegen und der Saloon explodiert.

Sara Mattana

Der Moment, in dem sich Old Shatterhand (Kai Noll) und Winnetou (Jean-Marc Birkholz) kennenlernen. Auf der Freilichtbühne in Elspe wird in dieser Saison »Winnetou I« gezeigt. Neben ruhigen Szenen wie dieser geht es actiongeladen zu. Foto: Sara Mattana

Gemeinsam mit insgesamt 330 WESTFALEN-BLATT-Lesern macht sie sich am Sonntag auf den Weg nach Elspe im Sauerland, um dort in das Leben der Cowboys und Indianer einzutauchen. Und so wird sie kurzerhand selbst Teil der Show, als die Bühnenprofis dem Publikum Einblicke in ihren harten Trainingsalltag ermöglichen.

Denn damit die zweistündige Aufführung auf Europas größter Naturbühne reibungslos ablaufen kann , sind monatelange Proben erforderlich – schließlich arbeiten die Schauspieler nicht nur mit Platzpatronen, sondern lassen sogar echte Flammen auf der Bühne lodern.

Brennende Darsteller und explodierende Gebäude

In einer ebenso humorvollen wie beeindruckenden Stuntshow kann sich das Publikum also bereits bestens auf den anstehenden Tag in der Westernstadt vorbereiten, in der brennende Darsteller und explodierende Gebäude völlig normal sind.

»Da hat es richtig laut geknallt«, berichtet Leni Schlüter, die gemeinsam mit ihren Eltern Christian und Katja zwischen Saloon, Tipi-Dorf und Eisenbahnstrecke umherschlendert. Die Familie aus Kirchlengern nimmt zum ersten Mal an der Leserreise teil, doch für sie steht schon jetzt fest, dass sie Karl May und seinen zum Leben erweckten Figuren auch im nächsten Jahr wieder einen Besuch abstatten will.

»Ich war als Kind einmal hier und bin immer wieder begeistert, wie viel es hier zu entdecken gibt«, sagt Katja Schlüter, bevor sie die Gelegenheit nutzt, um mit einem Indianer für ein Foto zu posieren.

Training mit bunten Schwimmnudeln und wehendem Flatterband

Doch nicht nur den menschlichen Darstellern wird bei der großen Show einiges abverlangt – auch ihre vierbeinigen Kollegen müssen lange trainieren, um den Besuchern ein einzigartiges und vor allem realistisches Western-Erlebnis zu bieten. Schließlich sind Pferde von Natur aus Fluchttiere und müssen deshalb langsam an den Kontakt mit Feuer und lauten Schusswaffen gewöhnt werden. Und was nach langer und harter Arbeit klingt, sieht in der Realität deutlich amüsanter aus: Mit einem Ritt durch bunte Schwimmnudeln oder wehendes Flatterband lernen die Tiere, ihrem Reiter vollkommen zu vertrauen.

Doch während die Zuschauer der Pferdeshow im einen Moment noch über den Anblick eines in Folie verpackten Tieres schmunzeln, werden nur wenige Minuten später die Handykameras gezückt, um den Nervenkitzel festzuhalten: Ohne vor der Hitze zurückzuscheuen, galoppieren die Pferde durch eine Wand aus Feuer – schließlich dürfen die Tiere auch auf der Bühne keine Angst bekommen, wenn die Goldmine explodiert und die Hitzewelle über die Bühne und die 40 darauf stehenden Pferde rollt.

Und dass vor allem die gutmütigen Vierbeiner im Mittelpunkt der Show stehen, freut besonders die sechsjährige Joanna, die mit ihrer Familie das Festival besucht: Sie turnt im Indianerkostüm auf dem Rücken eines kleinen Holzpferdes, bevor sie ihren Lieblingstieren live bei ihrem Auftritt zuschauen kann.

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