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Procter & Gamble schickt Sportvereinen Unterlassungserklärungen

»Pampersliga« verboten

Kamen (WB). Der Windelhersteller Procter & Gamble (»Pampers«) sieht seine Rechte dadurch verletzt, dass etliche Sportvereine Angebote für kleine Kinder unter dem Namen »Pampersliga« anbieten.

Christian Althoff

»Pampers« sind Windeln und eine Marke. Foto: imago

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) mit Sitz in Kamen bestätigte am Donnerstag Informationen des WESTFALEN-BLATTS, wonach Procter & Gamble den Verband aufgefordert hat, den Begriff »Pampersliga« auf der Internetseite zu löschen. FLVW-Direktor Carsten Jaksch-Nink: »Wir respektieren den Markenschutz und haben unsere Mitgliedsvereine bereits informiert.«

Der Sportverband wurde aufgefordert, schriftlich zu erklären, dass er den Begriff nicht mehr verwenden werde.

Auf Anfrage dieser Zeitung teilte das Unternehmen mit, dass es »hin und wieder« vorkomme, »dass wir Vereine anschreiben und diese freundlich bitten, den Namen ›Pampers‹ von ihrer Internetseite zu nehmen und den weiteren Gebrauch zu unterlassen«.

Google findet ungefähr 6500 Treffer zum Suchbegriff »Pampersliga«. Die Fußballzeitschrift »11Freunde« kürt »Das Pampersligator des Monats«, der Sportverein VfL Altenhagen (Bielefeld) bietet Eltern-Kind-Turnen für Ein- bis Fünfjährige unter dem Begriff an, und der ASSV Lethmate Iserlohn lädt vierjährige Mädchen und Jungen zum Fußballtraining in der »Pampersliga« ein.

Das Wort »Pampers« hat seinen Ursprung offenbar im englischen Verb to pamper, was soviel heißt wie verwöhnen oder verhätscheln. Den Begriff »Pampers« hat sich Procter & Gamble als Marke schützen lassen. Er sei »keine Bezeichnung für Kinder im Windelalter«, schrieb P&G an den FLVW. Eine Verwendung des Worts als Bezeichnung für ein Kleinkinder-Trainingsangebot stelle eine Verletzung des Markenrechts dar. Das Unternehmen müsse Sorge tragen, dass es nicht zu einer Verwässerung der Marke »Pampers« komme, heißt es in dem freundlich formulierten Brief vom 19. Juli.

»Bisher sind wir bei den Vereinen stets auf großes Verständnis gestoßen«, so der Windelhersteller über die Resonanz auf seine Schreiben.

Der Name »Pampers« ist im deutschen Sprachgebrauch längst ein Synonym, das im Zusammenhang mit kleinen Kindern oder jungen Menschen gebraucht wird. »Pampersflieger« heißt die Jugendgruppe des Modellflugclubs Rheinbach Swisttal, in Bielefeld nennt sich eine Tagespflegestelle für Kinder »Pamperspiraten«, in Löhne »Pampersrocker«, und Krabbelkinder sind beim TSV Neustadt am Rübenberge die »Pamperszwerge«.

»Natürlich freut es uns, dass unsere Marke ›Pampers‹ im allgemeinen Sprachgebrauch so tief verwurzelt ist«, erklärte das Unternehmen weiter.

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