Fußball-Europameisterschaft

Fast normal

Mit einem Jahr corona-bedingter Verzögerung geht sie nun los, die 16. Fußball-EM.

Oliver Kreth 

Beim 7:1 im EM-Vorbereitungsspiel gegen Lettland hatten die deutschen Nationalspieler häufig Grund zum Torjubel. Foto: Federico Gambarini/dpa

Mit Zuschauern – allerdings in nur teils gefüllten Stadien, aber immerhin –, privatem Kleinrudel-Gucken statt Massenauflauf auf Fan-Meilen und einem munteren Reisetross von 24 Nationalmannschaften und deren Betreuern, der sich durch elf europäische Länder bewegt, um am 11. Juli den neuen Europameister ausgerechnet in London zu küren.

Ohne Corona hätte man 2020 sicher deutlich kontroverser über den Irrsinn einer quer über den Kontinent ausgetragenen EM diskutiert. Doch die Toleranz gegenüber dieser paneuropäischen Veranstaltung wird schon allein deshalb groß sein, weil diese 51 EM-Spiele einen Hauch von Normalität verströmen – und ein internationales Fußball-Turnier ja sowieso bestens dazu geeignet ist, Probleme zumindest zeitweise aus dem Blickfeld vieler Menschen zu verdrängen. Sogar, oder wohl eher gerade in Pandemie-Zeiten.

Klar ist aber auch, dass selbst die hartnäckigsten Verdränger am 12. Juli erkennen müssen: Die Probleme sind nicht weniger geworden – und der Weg zur Normalität ist kein kurzer. Selbst falls Deutschland gewinnt.

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