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TV-Tipp

Arte-Komödie «Sommer auf drei Rädern»

Berlin (dpa)

Ein junger Außenseiter handelt sich am Abend seiner Abi-Feier Ärger und Sozialstunden ein. Dabei lernt er eine Drogendealerin und einen verbitterten Rollstuhlfahrer besser kennen. Beginn eines Roadtrips.

Von Klaus Braeuer, dpa

Als Kim (Emma Floßmann) sich nach dem Roadtrip alleine auf den Heimweg macht, versuchen Flake (Jakob Schmidt, r) und Philipp (Daniel Rodic, l) sie einzuholen. Foto: Hugo Lenhardt/SWR/Giganten Film/Arte/dpa

Er hat es nicht leicht, schon mit seinem Namen nicht: Der schüchterne Flake (Jakob Schmidt) ist irgendwie ein Außenseiter. Seine Eltern Jennifer (Marlene Morreis) und Dirk (Alexander Schubert) haben ihr einziges Kind ausgerechnet nach dem stotternden Gitarristen einer Rockband benannt.

Sprechen kann Flake zum Glück gut, jedoch tut er sich mit seinen Gefühlen schwer: Er ist nämlich verliebt, doch seine Angebetete Leonie (Johanna Hens) bemerkt scheinbar nichts davon. Das ist der Ausgangspunkt der Komödie «Sommer auf drei Rädern» zeigt, die an diesem Donnerstag (21.45 Uhr, Arte) zu sehen ist.

Bei einem Autounfall bleiben Flake und Leonie zum Glück unverletzt. Obwohl er gar nicht am Steuer saß, nimmt er alle Schuld auf sich und muss Sozialstunden ableisten - ausgerechnet mit der Drogendealerin Kim (Emma Floßmann), die ihn ständig hänselt. Während der Arbeit für «Essen auf Rädern» lernen sie den ziemlich verbitterten Ex-Sportler Philipp (Daniel Rodic) kennen, der im Rollstuhl sitzt. Zu dritt starten sie zu einem abenteuerlichen Roadtrip von Stuttgart an den Bodensee.

Star dieses unterhaltsamen Roadmovies ist das Auto - ein «geliehenes» blaues Mopedauto Piaggio APE 703 von 1986, das mit 11 PS immerhin 45 km/h schnell ist. Mit dem dreirädrigen Gefährt knattern die drei erstaunlich flott durch die Gegend und stoßen auf allerlei denkwürdige Zeitgenossen: den kaninchenzüchtenden Nazi Norbert (Simon Böer), die geschäftstüchtige Nutte Eva (Annika Ernst) und den durchgeknallten Gauner Toni (Fritz Karl).

Regisseur Marc Schlegel (39, «Schmidts Katze») hat einen amüsanten Film mit erstaunlich viel Tempo inszeniert, in dem reichlich Situationskomik und absurde Szenen auftauchen. Er hat durchweg alle Rollen exzellent besetzt; den Schauspielern ist sämtlich anzumerken, wie viel Spaß ihnen die Arbeit gemacht hat.

Jakob Schmidt (22, «Babylon Berlin», «Sommerfest») ist zwar schon in diversen Rollen aufgetreten, hat aber erst in diesem Jahr seine Ausbildung an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch beendet. Er spielt hier einfach großartig einen sympathischen Helden wider Willen, der auf diesem besonderen Trip erkennt, was und wen er wirklich will. Und dass ein tolles Team gemeinsam richtig stark sein kann. Und dass das wahre Glück direkt vor seiner Nase sitzt.

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