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TV-Tipp

«Gefährliche Wahrheit»: Ein Skandal kommt ans Licht

Berlin (dpa)

Bei ihrer Berichterstattung über ein Feuer mit drei Toten kämpft eine Journalistin um Ausgewogenheit. Doch Politiker beuten die Tragödie für ihren Wahlkampf aus. Die Recherchen führen in ein wahres Wespennest.

Von Klaus Braeuer, dpa

Maren Gehrke (Lisa Maria Potthoff, M) recherchiert die Hintergründe einer Brandkatastrophe. Foto: Christiane Pausch/ZDF/dpa

Bei einem Brand in einer Berliner Sozialbausiedlung sterben drei Menschen. Maren Gehrke (Lisa Maria Potthoff) ist Journalistin bei einer finanziell angeschlagenen Tageszeitung und recherchiert die Hintergründe.

Zunächst ist unklar, ob der Brand auf ein Unglück, Fahrlässigkeit oder Brandstiftung zurückzuführen ist. Im ganzen Haus gab es weder Rauchmelder noch brauchbare Feuerlöscher. Die Reporterin gerät in dem ZDF-Thriller «Gefährliche Wahrheit» an diesem Montag (25. April, 20.15 Uhr) immer mehr zwischen politische Fronten.

Maren bekommt zunächst einen Tipp von einem IT-Mitarbeiter aus der Immobiliengesellschaft, der das Haus gehört. Er bietet - gegen Geld - Dokumente um die Siedlung an, die zu einem Skandal taugen. Darin ist der Firmenchef (Torben Liebrecht) ebenso verwickelt wie der Bürgermeister und eine Stadträtin.

Die Redaktion um Chefredakteurin Paula Oberländer-Schaffrath (Ulrike Kriener) und den Chef vom Dienst, Benno Frick (Christoph Letkowski), sieht sich in einem moralischen und gesellschaftlichen Dilemma: Gehen sie dem Verdacht nach, könnten sie damit örtliche Populisten stärken. Tun sie es nicht, verraten sie die Verantwortung für ihren Job.

Bei ihrer Berichterstattung geht es auch um eine sinkende Auflage und die Rücksichtnahme auf Anzeigenkunden. Die Redaktion kämpft also um die richtige Balance zwischen zuviel Emotionalität (Schlagzeilen) und solider Recherche (Kosten), während wahlkämpfende Politiker die Tragödie für ihre eigenen Zwecke ausnutzen wollen.

Regisseur Jens Wischnewski hat einen spannenden Film inszeniert, in dem es um die Macht der Presse und um verhängnisvolle Verstrickungen eines Teils der Redaktion mit üblen Geschäftemachern geht. Als Fels in der Brandung erscheinen Chefredakteurin und Verleger (Hanns Zischler), die für einen soliden Qualitätsjournalismus einstehen und erkennen müssen, dass es in ihrem Metier fast nur noch um Online-Klicks, reißerische Überschriften und alle möglichen zeitungsfremden Artikel geht, mit denen sich Geld verdienen lässt.

Sie erkennen allerdings nicht, dass der Feind mitten unter ihnen sitzt, und setzen bei einem neuen Investor obendrein auf den Falschen. Da seien ein paar Klischees verziehen: Bei Journalisten ist daheim stets der Kühlschrank leer, für Privatleben bleibt kaum Zeit, und wenn doch, wird der Freund auch noch für den Job eingespannt.

Lisa Maria Potthoff (43, «Sarah Kohr», «Eine riskante Entscheidung») gibt eine mutige und klarsichtige Journalistin, aus deren Perspektive der Film gezeigt wird, in dem es zwei weitere Tote geben wird. Unterstützt wird sie von Ulrike Kriener (67, «Kommissarin Lucas», «Mona & Marie»), deren Figur absolut nicht verstehen kann, warum Leser jetzt auch noch Journalist spielen sollen.

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