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TV-Tipp

Vom Ankommen und Loslassen: «Dr. Ballouz» geht weiter

Berlin (dpa)

Mit einem außergewöhnlichen Arzt in einer außergewöhnlichen Landschaft landete das ZDF im vergangenen Jahr einen beachtlichen TV-Erfolg. Jetzt kommt die zweite Staffel.

Von Klaus Braeuer, dpa

Dr. Amin Ballouz (Merab Ninidze) kommt zurück ins Fernsehen. Foto: Oliver Betke/X Filme Creative Pool/dpa

Den blauen Trabbi hat er noch. Auch die zugelaufene Katze namens Brigitte ist dieselbe. Doch ein neuer Mensch tritt in das Leben von Chefarzt Dr. Ballouz (Merab Ninidze).

Es ist Eva (Helene Grass), die Leiterin der Krankenhaus-Wäscherei. Bei ihr landen nämlich seine schmutzigen Hemden, nachdem ein Blitzeinschlag seine Waschmaschine lahmgelegt hat. Ihre Begegnung könnte zu mehr führen - allein, sie trägt einen Ehering, der Witwer aber auch.

«Dr. Ballouz» praktiziert wieder in seiner kleinen Klinik in der Uckermark. Der Quotenhit von 2021 geht an diesem Donnerstag (20.15 Uhr, ZDF) an weiter, jede Woche zwei gibt es zwei Folgen pro Abend.

Befindlichkeiten des Personals

Seine Annäherungsversuche mit Eva im Fahrstuhl oder auf dem Flur gleichen allerdings eher komischen Kollisionen. Auch Dr. Mark Schilling (Daniel Fritz) wandelt auf Freiers Füßen und spricht die Einladung zum Essen an seine Kollegin Dr. Barbara Forster (Julia Richter) erneut aus, doch Kollegen sind für sie eigentlich tabu. Und zwischen Dr. Michelle Schwan (Nadja Bobyleva) und Sozialarbeiter Vincent Patzke (Vincent Krüger) läuft es nicht wirklich rund - er hat sich nach einer gemeinsamen Nacht aus ihrer Wohnung geschlichen.

Jenseits der Befindlichkeiten des Klinikpersonals geht es natürlich um die Patienten, die mit unter anderem Ursula Werner, August Zirner, Christine Hecke und Birge Schade in kleinen, sehr feinen Rollen besetzt sind. Doktor Ballouz muss in der ersten Folge, «Leere Seiten», eine ältere, alleinstehende Gastwirtin nach einem Sturz an der schwer geschädigten Schulter operieren. Der Fall eines jungen Mannes, der mach einem Suizidversuch aus Liebeskummer eingeliefert wird, bewirkt bei Dr. Forster einen Sinneswandel.

Krankheiten und ein Spenderherz

In der zweiten Folge «Lieben und Lassen» geht es um einen Jungen, der an einer unheilbaren Krankheit leidet und nicht länger tapfer sein will, weil alle genau das von ihm erwarten. Derweil droht einer jungen Landwirtin der Verlust ihres Augenlichts, die dringende Operation birgt gefährliche Risiken. In einer späteren Folge glaubt Ballouz gar, dass in einer Patientin das Spenderherz seiner tödlich verunglückten Frau schlägt, die er nun endlich gehen lassen sollte.

Während die Schauspieler vor der Kamera zum Glück dieselben geblieben sind, wurde das Team dahinter nahezu komplett ausgewechselt. Aber Regisseur Felix Ahrens (36, «Am Ende der Wald», «Tonis Welt») und Autorin Katja Kittendorf (51, «Tonio und Julia») ist mit ihrer neuen Staffel ein nahtloser und überzeugender Anschluss an die erste gelungen. Ihre Geschichten handeln von Ankommen und Loslassen.

Dr. Amin Ballouz wird, mit sehr sanfter Erscheinung und beruhigender Stimme, erneut vortrefflich verkörpert von Merab Ninidze (56, «Der Usedom-Krimi»), der mit seinen Mitmenschen im Film respekt- und verständnisvoll umgeht und bei aller Sorge um die Patienten nicht vergisst, dass auch er gewisse Bedürfnisse hat.

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