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Thronjubiläum

7 Fakten zu 70 Jahren Queen

London (dpa)

In 70 Jahren auf dem Thron hat Königin Elizabeth II. Historisches erlebt und vollbracht. Doch einiges ist öffentlich gar nicht so sehr bekannt. Zum Beispiel, dass die Monarchin in einem Land sogar gewähltes Staatsoberhaupt ist.

Von Benedikt von Imhoff, dpa

Bäckerin Lara Mason von Cake Anything enthüllt eine lebensgroße Torte von Königin Elisabeth II. in Birmingham. Foto: Fabio De Paola/PA Wire/dpa

Geboren am 21. April 1926 um 2.40 Uhr nachts, Königin seit 6. Februar 1952: Die wichtigsten Daten zu Queen Elizabeth II. sind bekannt. Doch in den 70 Jahren ihrer Herrschaft haben sich auch einige Kuriositäten sowie etliche Zahlen angesammelt. Die Deutsche Presse-Agentur stellt eine Auswahl vor:

Tiere: Die Liebe der Queen zu ihren Hunden - vor allem den Corgis - und Pferden ist weltbekannt. Weniger bekannt ist, dass der Königin noch viel mehr Tiere gehören. Um genau zu sein: Alle Delfine und Wale sowie Störe in britischen Gewässern. Das liegt an einem Erlass von 1324 aus der Zeit von König Edward II., der die Meerestiere zu «Royal Fish» bestimmte - und nie geändert wurde. Daher informierte der Fischer Robert Davies 2004 den Palast darüber, dass er in der Bucht von Swansea einen Stör gefangen habe. Ihm wurde genehmigt, den Fisch zu behalten. Zuständig ist in solchen Fällen der «Receiver of the Wreck», wörtlich der Wrackempfänger.

Titel: Elizabeth ist Königin, weil ihr Vater König war. Der Titel wird in aller Regel vererbt. Doch es gibt eine Ausnahme: In Papua-Neuguinea wurde die Queen zur Königin gewählt. Das Parlament bat sie nach der Unabhängigkeit 1975, das Amt des Staatsoberhaupts zu übernehmen - sie stimmte «gnädig» zu. In der Kreolsprache Tok Pisin wird sie «Missis Kwin» und «Mama belong big family» genannt. Deutlich formaler lautet ihr vollständiger offizieller Titel: Elizabeth die Zweite, von Gottes Gnaden Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und ihrer anderen Reiche und Territorien, Oberhaupt des Commonwealth, Verteidigerin des Glaubens.

Todesgefahr: Erst am Sonntag lief ein Mann ins Buckingham-Areal, weil er die Queen sehen wollte, und vor wenigen Monaten gelang es einem Mann, auf das Gelände der Residenz Schloss Windsor vorzudringen. Er hatte eine Armbrust dabei. Tatsächlich gibt es immer wieder kritische Vorfälle. 1982 drang ein Mann bis ins Schlafzimmer der Queen im Buckingham-Palast vor. Er wollte der Königin nichts Böses. Mindestens zwei Mal war das anders: Am 13. Juni 1981 feuerte ein 17-Jähriger Kugeln aus einer Replika-Pistole auf die Königin, die in der Nähe des Buckingham-Palasts hoch zu Pferde auf dem Weg zu einer Parade war. Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt und verbüßte drei. Monate später schoss ein ebenfalls 17-Jähriger im neuseeländischen Dunedin auf die Monarchin, aber verfehlte sie. Er wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, die Tat erst Jahre später offiziell bekannt.

Turbo: Im März 2019, kurz vor ihrem 93. Geburtstag, gab die Queen das Autofahren auf öffentlichen Straßen auf. Ihren Führerschein konnte sie aber nicht abgeben, denn sie hat keinen. Ebenso wenig besitzt die Königin einen Reisepass. Denn die Dokumente werden in ihrem Namen herausgegeben. Auf der ersten Seite britischer Pässe heißt es: «Der Außenminister Ihrer britischen Majestät ersucht und verlangt im Namen Ihrer Majestät alle, die es betreffen, dem Träger die freie Durchreise ohne Erlaubnis oder Behinderung zu gestatten und ihm die erforderliche Unterstützung und den notwendigen Schutz zu gewähren.» Die Regelung, weder Pass noch Führerschein zu benötigen, gilt aber nur für die Monarchin persönlich und nicht für ihre Familie.

Technik: Bereits 1940 wandte sich Elizabeth - als 14 Jahre alte Thronfolgerin - erstmals über Radio an die Nation. In einer Ansprache versicherte sie den britischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg die Unterstützung der Kinder und Jugendlichen in der Heimat. Auch als Königin hielt sie mit der modernen Technik mit: Ihre über Stunden von der BBC live übertragene Krönung 1953 gilt als Meilenstein beim Durchbruch des Fernsehens. Die Queen war auch eine der ersten, die eine E-Mail schrieb: Am 26. März 1976 eröffnete sie mit der Nachricht an den US-Verteidigungsminister die Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und den USA an einer militärischen Programmiersprache.

Traumreisen: Mehr als 100 Länder hat die Queen in ihrer 70-jährigen Herrschaft bereist. Spitzenreiter: Kanada mit 22 Besuchen, in Europa führt Frankreich (13x). Erstmals offiziell im Ausland weilte Elizabeth 1947 noch als Prinzessin, als sie gemeinsam mit Vater König Georg VI. und ihrer Mutter Südafrika, Südrhodesien (heute Simbabwe) und das Protektorat Betschuanaland (Botswana) bereiste. Nach ihrer Krönung war die Queen von November 1953 bis Mai 1954 durchgehend 168 Tage unterwegs und sah dabei 13 Länder. Sprachlich stellen viele Besuche wenig Probleme dar. Dank ihrer französischen und belgischen Gouvernanten spricht die Queen fließend Französisch. Mittlerweile lässt sie sich im Ausland aber von Familienmitgliedern vertreten. Ihre letzten Reisen führten sie 2015 nach Deutschland und Malta.

Teegäste: Wie vielen Menschen die Queen bereits die Hand schüttelte, ist nicht klar. Hobby-Schätzungen sprechen von rund 10 000 Menschen, die sie im Laufe eines regulären Arbeitsjahres traf. Das liegt auch an den mehr als 21 000 offiziellen Terminen, die sie im Laufe ihrer Herrschaft absolviert hat. Zu den bekanntesten Anlässen zählen Staatsgäste: 112 Empfänge hat die Queen ausrichten lassen. Auf dem Thron erlebte sie nicht nur 14 britische Premierminister, sondern auch 14 US-Präsidenten. Nur Lyndon B. Johnson traf sie nicht persönlich. Eine größere Lücke gibt es bei der katholischen Kirche: Seit ihrer Krönung traf die Queen als weltliches Oberhaupt der Anglikanischen Kirche vier der sieben Päpste: Johannes XXIII., Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Papst Franziskus.

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