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«Tagesschau»

Der tanzende Anchorman: Jan Hofer wird 70

Berlin (dpa)

In einem Alter, in dem andere Leute sich längst zur Ruhe gesetzt haben, hat dieser Mann seinen wohl größten Karriereschritt gemacht. Jan Hofer ist nun RTL-Anchorman. Jetzt wird er 70 - oder nicht?

Von Christof Bock, dpa

Der Moderator Jan Hofer steht im Studio der Nachrichtensendung «RTL Direkt». Seit dem 16. August 2021 ist er bei RTL auf Sendung. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Prominente im Fernsehen können noch so viele Jahre erfolgreich sein - die meisten brennen sich mit einem ganz bestimmten Augenblick ins Gedächtnis der Zuschauer ein. Jan Hofer hatte so einen Moment wohl am 14. Dezember 2020 gegen 20.15 Uhr in der «Tagesschau».

Sein letzter Abend als Chefsprecher. «Für mich aber heute heißt es zum letzten Mal: Guten Abend, meine Damen und Herren. Machen Sie es gut», sagte der damals 68-Jährige zu fast 15 Millionen Zuschauern. Dann legte er seine rote Krawatte mit einem Lächeln ab. Was kann nach so einem Abgang noch kommen? Sehr viel. Das hat Hofer bewiesen. Den 70. Geburtstag am 31. Januar begeht der Berliner als RTL-Anchorman.

Um den Geburtstag rankt sich ein kleines Geheimnis. Manche rätseln, ob Hofer echt 70 wird. Denn seit Jahren kursieren in Medien verschiedene Angaben. Mal ist er da 1950 geboren, mal 1951, mal 1952. Das Datum 31. Januar galt hingegen nie als strittig. Als die Deutsche Presse-Agentur (dpa) kurz vor dem legendären «Tagesschau»-Auftritt in dieser Sache nachfragte, hieß es von Hofers Seite eindeutig: 1952.

Großer Coup gelungen

Unumstritten ist, dass RTL ein Coup gelungen ist. Mit Hofer gewann der Sender eines der bekanntesten TV-Gesichter Deutschlands. Nicht nur wegen der 16 Jahre als «Tagesschau»-Chefsprecher. Schließlich war er bis 2012 auch 21 Jahre lang Gastgeber der «Riverboat»-Talkshow des MDR. Nun ist er ein Aushängeschild der neuen Late-News «RTL Direkt».

Die Krawatte hat Hofer bis heute nicht wieder angezogen. «Ja, bisher habe ich das durchgehalten und fühle mich auch ganz wohl ohne Schlips», sagte er kürzlich im dpa-Interview. «Allerdings betrachte ich das nicht als Dogma, vielleicht überlege ich mir das noch mal.»

Der Jobwechsel vom Sprecher zum News-Moderator war für ihn kein Spaziergang. «Zugegeben, am Anfang musste ich mich tatsächlich etwas umgewöhnen. Neues Format, neue Rolle, neues Team, neuer Sender - das war spannend, aber eben auch herausfordernd», so Hofer zur dpa. Doch der Erfolg gibt ihm recht. «Es ist uns gelungen, in nur vier Monaten eine neue Nachrichtensendung am Abend zu etablieren.»

Leise Art kommt gut an

Die Zuschauerzahl der 22.15-Uhr-Sendung stieg mit den Monaten deutlich an. Waren es beim Debüt im August noch 1,87 Millionen gewesen, waren es am vergangenen Montag (24. Januar) 3,31 Millionen. Hofers zurückhaltende, leise Art kommt bei seinen Fans extrem gut an.

Was zu seinem Erfolg beträchtlich beiträgt: Hofer gilt als nahbar. Der Vater von vier Kindern und begeisterte Oldtimerfan hat sich mit den Jahren zu einem Liebling der Klatschspalten entwickelt.

Millionen Zuschauer bangten im März 2019, als Hofer mitten in der «Tagesschau» einen Schwächeanfall erlitt. Unzählige Genesungswünsche erreichten bis zur Entwarnung seinen damaligen Sender. 2021 traute er sich bei der RTL-Show «Let's Dance» aufs Tanzparkett. Dort flog Hofer zwar beim langsamen Walzer mit der schlechtesten Jurywertung raus. Aber immerhin: Er hatte es bis zur siebten Runde durchgestanden.

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