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Anti-Kriegs-Lied

Lübecker Theaterbesucher feiern Stings «Russians»

Lübeck (dpa)

Der britische Musiker Sting besucht in Lübeck eine Aufführung seines Musicals «The last Ship». Dann greift er zur Gitarre, singt seinen neu bearbeiteten Song «Russians» - und wird vom Publikum gefeiert.

Von dpa

Sting, Musiker aus Großbritannien, sitzt nach der Vorstellung seines Musicals «The last Ship» im Theater Lübeck auf der Bühne. Foto: Georg Wendt/dpa

Ein Theaterbesuch des britischen Sängers Sting in Lübeck ist zu einem bewegenden Appell gegen den Krieg in der Ukraine geworden. Nach dem Ende der Vorstellung am Sonntagabend kam er auf die Bühne und sang die Neufassung seiner Ballade «Russians».

Angesichts des Krieges in der Ukraine hatte er das Stück vor Kurzem in einer Unplugged-Version neu veröffentlicht. «Ich habe es 1984 im Kalten Krieg geschrieben und ich habe nie gedacht, dass es nach dem Mauerfall noch einmal relevant werden könnte», sagte der 70-Jährige.

Mit dem Anti-Kriegs-Lied hatte Sting ursprünglich gegen das Wettrüsten zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion protestiert. «Ich hoffe, auch die Russen lieben ihre Kinder», heißt es in dem Stück. 

Mit Cellospielern aus der Ukraine

Sting kündigte an, das Lied künftig bei allen Auftritten seiner aktuellen Tournee an den Anfang zu stellen. «Ich habe zwei Cellospieler aus der Ukraine engagiert, die das Lied als Geste der Solidarität mit mir spielen werden», sagte er. Am Sonntag begleitete er sich selbst auf der Gitarre, den Cellopart übernahm Caroline Metzger, Cellistin des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck. Dafür wurden sie vom Publikum im ausverkauften Haus mit Applaus im Stehen gefeiert.

Sting hatte eine Aufführung des Musicals «The last Ship» besucht, für das er die Musik geschrieben hat. Das Stück handelt vom Niedergang der Werftindustrie in der Region Newcastle upon Tyne in Großbritannien. Schon bei der Premiere im Februar hatte er angekündigt, die Lübecker Aufführung zu besuchen.

Es sei das erste Mal, dass er die Produktion auf Deutsch sehe, deshalb sei er sehr gespannt, sagte der Musiker vor Vorstellungsbeginn. «Deutsch hat seine eigenen Rhythmen, aber ich kann mir vorstellen, dass die Emotionen sehr deutlich spürbar sein werden. Außerdem ist es interessant, dass auch Lübeck eine Werftstadt war, so dass ich die Geschichte von Lübeck und das Spiel einfach nachempfinden kann», sagte Sting.

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