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Kommentar

Diesel-Klage gegen Daimler: Massiver Gegenwind

Noch geben sich die Daimler-Manager nach außen gelassen. Doch die Klage wegen möglicher Manipulationen an Abgasanlagen könnte teure Folgen haben.

Von Jürgen Stilling

Auch Daimler wird nun vom Diesel-Skandal erfasst. Foto: dpa

Daimler-Chef Ola Källenius hat am Mittwoch bestimmt an den Konkurrenten Volkswagen gedacht. Nicht weil ihm die guten Absatzzahlen der VW-Nobeltochter Audi ­Sorgen bereiten, sondern weil das Schicksal des Wolfsburger Wettbewerbers den Stuttgartern nähergerückt ist. Auch Daimler droht eine Musterklage von Dieselfahrern, die den Mercedes-Bauern bewusste Manipulationen der Abgas-Werte vorwerfen.

Zwar beteuert die Vorstandsriege bei Daimler, dass in ihrem Haus die Sachlage eine völlig andere sei. Doch die teuren Erfahrungen, die VW in Deutschland und noch viel massiver in den USA gemacht hat und noch macht, dürften bei den Verantwortlichen des Traditionskonzerns tiefe Sorgenfalten hinterlassen. Mit gutem Grund, denn die Klage der Verbraucherschützer ist nicht aus der Luft gegriffen. In Hunderttausenden Fällen meint das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg, nicht erlaubte Abgas­technik in Mercedes-Modellen entdeckt zu haben. Eine Basis für Schadenersatzklagen ist somit gelegt.

Für den Daimler-Umbau in Richtung E-Mobilität, der ohnehin Ertragseinbußen befürchten lässt, bringt die Klage daher massiven Gegenwind.

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