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Kommentar zur Medikamentenknappheit

Bittere Pille

Es ist schon schlimm genug, dass Baumaterialien und Halbleiter fehlen, dass die Energiepreise durch die Decke gehen und die hohe Inflation in unser Portemonnaie greift. Die Nachricht, dass nun auch noch weitere wichtige Medikamente nicht verfügbar sind, ist ein Alarmsignal. Denn hier geht es um nichts Geringeres als unsere Gesundheit – das wohl Wichtigste für uns alle.

Von Paul Edgar Fels

Medikamente liegen im Lager einer Apotheke. Deutschlands Apotheken beklagen anhaltende Lieferengpässe bei einer Reihe von Medikamenten, darunter Fiebersäften für Kinder, Magensäureblockern, Hustensäfte und Blutdruckmittel. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa

Unterbrochene Lieferketten und die Folgen der irrsinnigen Corona-Lockdown-Politik in China gehören zu den Gründen des teilweisen Medikamentenmangels. Einmal mehr wird deutlich, dass unser gutes Gesundheitssystem eben auch am Tropf der Globalisierung hängt.

Es wäre daher wichtig, wenn die Pharmaindustrie, die derzeit aus Kostengründen massenhaft Medikamente in China und Indien fertigt, zumindest perspektivisch wieder mehr in der EU oder in Deutschland produziert – um unabhängiger vom Ausland zu werden. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) muss zudem dafür sorgen, dass es nicht zu Qualitätseinbußen kommt.

Wenn man diesen Weg geht, dürften auch Arzneien leider teurer werden. Diese bittere Pille müssen wir schlucken.

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