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Kommentar zu Boris Johnsons Rücktritt auf Raten

Boris Langstrumpf

Der britische Premierminister Boris Johnson tritt als Chef seiner Konservativen Partei zurück. Er wolle aber als Regierungschef weitermachen, bis ein Nachfolger gewählt ist, sagte Johnson am Donnerstag in London.

Von Dorle Neumann

. Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Donnerstag seinen Rücktritt als Vorsitzender der konservativen Tory-Partei verkündet - sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin wird dann auch das amt des Premiers übernehmen. Foto: Pete Maclaine / i-Images

Endlich ist ein Ende der Amtszeit von Boris Johnson beschlossene Sache. Der nonchalante Skandalaussitzer ist von seiner entnervten Partei in die Knie gezwungen worden. Wie sehr ihn das wurmt, wurde in seinem Statement zu seinem Rücktritt auf Raten deutlich. Er klagte über den „Herdeninstinkt“ seiner politischen Gegner. Er hätte so gern noch weitergemacht.

Die Briten fragen sich zu Recht, warum er das nun pompös angekündigte Paket gegen die Krise nicht schon vor Monaten auf den Weg brachte. Ach halt, da gab es ja den einen oder anderen Skandal, um dessen Vertuschung sich der Premier mehr kümmern musste als um die Staatsgeschäfte. Ohne Erfolg, wie man nun sieht.

Mit keinem Wort erwähnte er dieses moralische und persönliche Versagen. Er bat seine Landsleute nicht um Verzeihung, sondern pries einmal mehr seinen Wahlsieg vor drei Jahren – wohl wissend, dass er jetzt bei einer Neuwahl eine schallende Ohrfeige von den Wählern bekäme. Das haben die vergangenen Nachwahlen belegt. Es bleibt dabei: Der Noch-Premier ist im Pippi-Langstrumpf-Modus gefangen: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt ...

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