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Kommentar zur Debatte um steigende Energiepreise und die hohe Inflation

Das Signal des Kanzlers

Oha: Das Kanzlerwort vom „sozialen Sprengstoff“ lässt aufhorchen. Dabei hatte Olaf Scholz (SPD) schon zuvor die Latte selbst ziemlich hochgelegt. Auf seine Einladung hin soll an diesem Montag mit der „konzertierten Aktion“ ein weitreichender Akt der Solidarität seinen Anfang nehmen. Klingt gut, aber ob‘s gelingt, muss doch bezweifelt werden. Immerhin sendet Scholz ein Signal – und beweist damit Mut. Endlich mal!

Von Ulrich Windolph

Einmalzahlungen? Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will's plötzlich ganz anders gemeint haben. Foto: Michael Kappeler/dpa

Eine Lohn-Preis-Spirale verhindern und so die hohe Inflation abschwächen? Der Kanzler hat wahrlich Großes vor. Dazu nimmt er den berechtigten Vorwurf in Kauf, die Politik mische sich in die Tarifautonomie ein. Doch das ist nur ein Risiko. Sowohl seitens der Koalitionspartner FDP und Grüne als auch von Ökonomen gab es zuletzt Kritik an der Idee, eine steuerfreie Einmalzahlung könne reguläre Gehaltserhöhungen ersetzen. Auch SPD-Chefin Saskia Esken äußerte sich entsprechend. Vorbehaltlose Unterstützung für den eigenen Kanzler sieht gewiss anders aus. Prompt ruderte Scholz nun im ARD-Sommerinterview zurück.

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