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Kommentar zur Hamburg-Wahl

Der Schatten von Erfurt

Wenn am Sonntag die ersten Hochrechnungen zur Bürgerschaftswahl eintrudeln, dürften sich die Überraschungen in Grenzen halten. SPD und Grüne auf der Gewinnerseite, CDU und FDP als die großen Verlierer.

Ulrich Windolph

Zittern um den Wiedereinzug in die Hamburger Bürgerschaft: die liberale Spitzenkandidatin Anna von Treuenfels-Frowein und FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner. Foto: Axel Heimken/dpa

Klar ist: Der Schatten der Erfurter Ereignisse reicht bis nach Hamburg. Insbesondere für die Liberalen könnte es übel kommen – die FDP droht an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern. Schon in den vergangenen zweieinhalb Wochen bekamen die Wahlkämpfer der Hamburger FDP üble Beschimpfungen und Beleidigungen zu hören – auch wenn sie persönlich natürlich keinerlei Verantwortung für das Debakel von Thüringen tragen.

Bei Parteichef Christian Lindner ist das anders. Er ist mitverantwortlich für das, was in Erfurt geschehen ist – und das nicht nur qua Amt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Lindner nach der Ministerpräsidentenwahl rasch und entschlossen gehandelt hat und seine Bitte um Entschuldigung aufrichtig wirkte. Und unübersehbar ist auch: Die Leere der Liberalen reicht über das Drama von Erfurt hinaus. Die FDP tritt schon viel zu lange auf der Stelle – und sie wird als Ein-Mann-Partei keine erfolgreiche Zukunft haben.

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