Kommentar zur Debatte um Gottesdienste

Die stillste Nacht

Als gäbe es nicht schon genug Appelle, Regelungsdickicht und Verwirrung! Zwei Tage vor dem Heiligen Abend fällt dem stellvertretenden NRW-Ministerpräsidenten Joachim Stamp (FDP) ein, es sei doch besser, alle Gottesdienste abzusagen. Ein paar Minuten später stellt Regierungschef Armin Laschet klar, dass er in NRW keine Gottesdienste verbieten will. Stamp darf sich kurz vor dem Fest des Friedens noch auf eine frostige Predigt seines Chefs freuen.

Johannes Loy 

Ein Adventskranz steht vor dem Altar beim Gottesdienst in der evangelischen Sankt-Petri Kirche in Beyendorf (Sachsen-Anhalt). Foto: dpa

Als gäbe es nicht schon genug Appelle, Regelungsdickicht und Verwirrung! Zwei Tage vor dem Heiligen Abend fällt dem stellvertretenden NRW-Ministerpräsidenten Joachim Stamp (FDP) ein, es sei doch besser, alle Gottesdienste abzusagen. Ein paar Minuten später stellt Regierungschef Armin Laschet klar, dass er in NRW keine Gottesdienste verbieten will. Stamp darf sich kurz vor dem Fest des Friedens noch auf eine frostige Predigt seines Chefs freuen.

Die Kirchen haben seit der ersten Lockerung des Lockdowns im Mai bewiesen, dass sie in der Lage sind, unter strengsten Schutz-Auflagen Gottesdienste zu feiern. Dies werden sie in vielen Bistümern, Landeskirchen und Gemeinden nun auch an Weihnachten tun – mit Voranmeldung, teilweise an der frischen Luft, mit großen Abständen in den Kirchen, mit Maske und ohne Gemeindegesang. Es wird die stillste Nacht seit langer Zeit. Dieses Risiko scheint kalkulierbar.

Der Weihnachtswunsch: Jeder möge mit seiner Verantwortung für die Gesundheit anderer sorgsam umgehen, auch im engsten Familienkreis. Weniger ist in diesem Jahr mehr!

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