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Kommentar zur CDU

Die Zeit der Alphatiere

Überrollt von den Ereignissen in Thüringen; beraubt aller Illusionen über einen Führungswechsel mit angezogener Handbremse; ernüchtert über das Abschneiden in Hamburg: Der ursprüngliche Fahrplan für die Kür eines neuen CDU-Vorsitzenden ist schon wieder Makulatur. Und die scheidende Vorsitzende patzte nicht nur mit ihrem Zeitplan, sondern auch bei der Präsentation seiner Reparatur.

Norbert Tiemann

Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn beim CDU-Bundesparteitag im Dezember 2018. Foto: Rainer Jensen/dpa

Dass AKK das neue Chef-Amt erneut in eine zwangsläufige Nähe zur Kanzlerkandidatur rückte, dürfte die CSU in Wallung bringen, denn die bayerische Schwester reklamiert hier völlig zu Recht ein erhebliches Mitspracherecht.

Nur kleine Stockfehler? Nein. Nervosität und Führungslosigkeit sind in der CDU mit Händen zu greifen. Die einzig verbliebene Volkspartei bangt um exakt diesen Status, um die Rolle als bürgerlicher Stabilitätsanker gerade in politisch stürmischen Zeiten.

Kein Kandidaten-Casting, keine Ochsentour durchs Land – soviel steht fest. Aber eine Kampfkandidatur ist wahrscheinlich, denn alle vier Alphatierchen, denen Chef-Ambitionen nachgesagt werden, dürften sich kaum unter einem Team-Dach vereinen lassen.

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