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Kommentar zu Novovax

Eine Brücke

Novavax kommt. Nach der Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur wird der fünfte Corona-Impfstoff bald verfügbar sein.

Von Andreas Kolesch

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Weg frei gemacht für die Zulassung des Corona-Impfstoffes des US-Herstellers Novavax in der EU. Foto: Alastair Grant/AP/dpa

Der Jubel darüber hält sich jedoch in Grenzen. Novavax werde kein „Game Changer“, hatte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schon am Wochenende abgewunken.

Medizinisch mag das zutreffen. Biontech und Moderna sind millionenfach erprobt und hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen – bei Moderna sind das seltene Entzündungen am Herzen bei Jüngeren – gut dokumentiert. Psychologisch aber darf Novavax nicht unterschätzt werden. Denn das Mittel arbeitet ja nach einem ganz anderen Wirkverfahren als alle bisherigen Präparate. Impfskeptiker könnten sich also gesichtswahrend für das neue Serum entscheiden, ohne das sich selbst oder anderen als Einknicken eingestehen zu müssen.

Novavax baut also eine Brücke. Wenn sie   von vielen noch Ungeimpften beschritten wird, könnte der Impfstoff doch noch   positive Wirkung entfalten. Klar ist aber auch: Der wirkliche „Game Changer“ heißt Omikron.   Weitere Virus-Mutationen sind   absehbar – und damit die Notwendigkeit weiterer Impfungen. Corona ist leider noch längst nicht besiegt.

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