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Kommentar: Clemens Tönnies und die Politik

Eine Kampfansage

Eines muss man Clemens Tönnies lassen: Der Mann scheint enorme Nehmer-Qualitäten zu haben. Buhmann, Bösewicht, Betrüger – was ist dem Chef des größten deutschen Fleischkonzerns in den zurückliegenden Wochen nicht alles nachgesagt worden. Doch wer geglaubt hatte, der 64-Jährige trete nur noch im Büßergewand auf, sieht sich nun getäuscht.

Ulrich Windolph

20. Juni, Rheda-Wiedenbrück: Clemens Tönnies (vorne, rechts) und Andres Ruff (links), beide Geschäftsführer der Tönnies-Holding, sprechen zu den Vorwürfen der Kreisverwaltung im Corona-Ausbruch im Fleischwerk. Foto: David Inderlied/dpa

Im Gegenteil: Das In­terview mit dem WESTFALEN-BLATT beweist eindrucksvoll, dass sich Tönnies keiner Schuld bewusst ist. „Wir wissen bis heute nicht, welchen Rechtsbruch wir begangen haben sollen“, sagt der Konzernchef und fordert somit die Politik geradezu heraus. Denn zuletzt schien es ja über alle Parteigrenzen hinweg ausgemachte Sache zu sein, dass dem Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück a) nicht zu trauen sei und b) ihm und seinen Mitarbeitern auch keine staatliche Hilfe zustehe. Doch dürfte hier das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.

Denn wenn der Konzernchef davon spricht, notfalls auch den Rechtsweg bestreiten zu wollen, ist das nichts weiter als eine Kampfansage. Mag sein, dass das Schlachten und Zerlegen von Schweinen dieser Tage nicht besonders populär ist, Tönnies jedoch gibt nicht klein bei. Man darf gespannt sein, wie es in dieser Causa weitergeht.

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