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Kommentar zur Lage der Landwirtschaft

Eine traurige Saison

Die Abwägung zwischen Infektionsschutz und dem zumindest wieder teilweise Hochfahren der Produktion und dem Handel mit den daraus zu verkaufenden Waren erfasst fast alle Bereiche unseres (Wirtschafts-)Lebens. Bauernverbände und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner machen sich für einen Zuzug ausländischer Erntehelfer stark.

Frank Polke

Spargelernte Foto: dpa

Natürlich geht ohne die Hilfskräfte vor allem aus Osteuropa auf den Feldern nicht viel. Und natürlich erfordert das Einarbeiten deutscher „Erntehelfer“ Zeit und persönlichen Aufwand, den viele heimische Anbieter gerade in der Hochzeit der aktuellen Ernte nicht leisten können. Auf der anderen Seite der Abwägung steht aber auch die Einsicht, dass in Zeiten geschlossener Restaurants auch der Absatz zum Beispiel von Spargel deutlich sinken wird.

Gerade für kleinere heimische Höfe in Westfalen, die dringend auf die Verkaufssaison angewiesen sind, ein trauriger Tatbestand. Diese Monate kommen nicht wieder, diese Kunden fehlen. Ein weiteres Höfesterben bedeutet auch einen Verlust heimischer Identität und Kultur. Dies ist keine Luxus-Debatte aus dem Schlemmer-Atlas. Es zeigt sich, welch großen Schaden der Lockdown in fast allen Bereichen unseres Lebens anrichtet.

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