Kommentar zu Corona-Bonds

Es kommt auf den Begriff an

Das Kind muss einen Namen haben, aber es darf nicht Corona-Bonds heißen. Begriffe wie Euro-Bonds sind in Deutschland verbrannt – zumindest in den Parteien, die bei Wahlen akzeptable Ergebnisse in der Mitte erzielen wollen.

Andreas Schnadwinkel

In der Corona-Krise werden finanzielle Hilfen unabdingbar. Foto: dpa

Denn die Mehrheit verbindet damit die Vergemeinschaftung von Schulden im Euro-Raum und die Haftung heimischer Sparkassen und Volksbanken für marode Geldhäuser in Südeuropa. Das ist bei uns nur denen vermittelbar, die sich einen EU-Zentralismus wünschen, um die Nationalstaaten zu schwächen – oder sozialistischen Träumen nachhängen.

Dass vor allem Italien finanziell geholfen werden muss, ist ja unstrittig. Darin sind sich die, die jetzt über Corona-Bonds streiten, doch auch einig. Und eben darin liegt die Chance, eine praktikable Lösung zu finden. Mag sein, dass diese Lösung am Ende so ähnlich wie Corona-Bonds organisiert sein wird. Aber die Bezeichnung wird eine andere sein müssen.

Wenn Italien stürzt, dann stürzt auch die Europäische Union. Das ist kein an die Wand gemaltes Gespenst. Und den EU-Staaten sollte es leichter fallen, dieser Regierung in Rom zu helfen als der nächsten.

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