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Kommentar zur Gastronomie

Falsches Maß

Bürokratie muss sein. Schließlich schafft sie, wo es gut läuft, einheitliche Rahmenbedingungen, unter denen sich die Besten bewähren. Aber manchmal lenkt die Bürokratie in die falsche Richtung.

Bernhard Hertlein

Die Dehoga sammelt auch in OWL Unterschriften für eine verminderte Mehrwertsteuer auf Restaurantessen (von links): Miriam Kröger, Andreas Müller, Joachim Avenarius, Andreas Büscher, Andreas Nienhage, Regine Tönsing und Uwe Pape vor der „Pfälzer Weinstube“ in Herford. Foto: Hertlein

Ein Beispiel ist die zweigeteilte Mehrwertsteuer. Der von 19 auf 7 Prozent verminderte Satz gilt für wichtige Güter wie Nahrungsmittel, Blumen, Bücher und neuerdings auch für Artikel der Frauenhygiene; aber er gilt nicht für die Mahlzeit im Restaurant. Man mag darüber streiten, ob der Grünkohl zu Hause ein Grundbedürfnis befriedigt, die gleiche Mahlzeit in der Kantine oder beim Gastwirt aber Luxus ist.

Doch das Essen auf Porzellangeschirr ist allemal umweltfreundlicher und gesünder als der Hamburger in Pappgeschirr im „Drive in“ des Fast-Food-Anbieters. Doch für die Schnellmahlzeit im Auto gilt der verminderte Steuersatz. Nicht besser ist die Situation beim Bäcker: Im Geschäft gegessen wird das belegte Brötchen mit 19 Prozent, draußen zu sich genommen mit sieben Prozent besteuert.

Hier begünstigt der Staat das Falsche. Man kann der Unterschriftenaktion, mit der die Dehoga dies ändern will, nur Erfolg wünschen.

ANMERKUNG: In einer früheren Fassung des Textes waren die Prozentsätze im drittletzten Satz vertauscht.

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