Kommentar zu Impf-Vordränglern

Fatal, aber egal

Bei den Corona-Impfungen lief es in Deutschland lange Zeit nicht rund. Vakzine waren Mangelware, das Klagen groß, die Blicke Richtung Israel, Großbritannien und in die USA neiderfüllt. Das alles ist passé: Inzwischen impft Deutschland schneller und holt im Ländervergleich immer mehr auf. Das ist die erste gute Nachricht.

Elmar Ries

Symbolfoto Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die zweite: In dem Maße, in dem der Impfstoff in großen Mengen verfügbar ist und sich immer mehr Hausärzte an der Kampagne beteiligen, sinken die Inzidenz sowie die Notwendigkeit einer Impf-Priorisierung. Zuerst kamen die Betagten an die Reihe, dann die ziemlich Alten, danach waren es besonders Gefährdete schon bald sind es Herr und Frau Jedermann.

Bleibt das leidige Thema der Vordrängler, Betupper und Impftermin-Erschleicher. Ihre Zahl geht in die Tausende. Ein solches Verhalten ist natürlich schäbig und unsolidarisch. Mit Blick auf den Fortschritt der Kampagne ist es glücklicherweise aber nahezu belanglos. Rund 35 Millionen Impfdosen haben die Impfzentren bislang verabreicht. Bleibt das Tempo hoch, könnte im Juli jeder, der möchte, geimpft worden sein. Da fallen quertreibende Banausen allenfalls moralisch ins Gewicht.

Startseite