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Kommentar zur EU-Empfehlung für Boosterimpfungen für alle ab 60

Genug Appelle

Schon vor den EU-Behörden haben der Bundesgesundheitsminister und der Kanzler eine Viertimpfung für alle ab 60 Jahren empfohlen. Aber nur Appelle helfen nicht weiter. Die Impfkampagne muss endlich wieder in Gang kommen.

Von Stefan Biestmann

Die EU-Behörden plädieren für eine Viertimpfung für alle ab 60 Jahren. Foto: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/KJPeters

Erst erklärt der Bundesgesundheitsminister, dass er eine Viertimpfung für alle ab 60 als sinnvoll erachtet, dann folgt der Kanzler – und jetzt die EU-Behörden. Und die Ständige Impfkommission (Stiko)? Sie beharrte bis Montagabend weiter auf einer Altersgrenze von 70 Jahren für Menschen ohne Vorerkrankungen. Es kann keinen überraschen, dass diese Kakophonie bei Bürgern für Verdruss sorgt.

Die Stiko hat schon häufiger bewiesen, dass sie bei Impfempfehlungen spät dran war. Der Stiko-Chef verunsicherte zudem durch Aussagen zu Kinderimpfungen, auch wenn er diese später bedauerte. Aber vor allem für Karl Lauterbach und Olaf Scholz gilt: Nur mit Appellen kommt man nicht weiter. Es müssen endlich wieder Taten folgen – wie eine überzeugende Impfkampagne.

Erinnert sich noch jemand an die vollmundig angekündigten Impfziele der Regierung? Bis Ende Januar wollte Olaf Scholz die 80-Prozent-Schwelle bei den Erstimpfungen knacken. Mehr als fünf Monate später ist die Quote einbetoniert – bei unter 78 Prozent. Ein Offenbarungseid! Angesichts einer drohenden Herbstwelle muss das Impftempo bald wieder anziehen. Sonst wird der Herbst nicht nur für Lauterbach sehr ungemütlich.

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