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Kommentar zu Gendersternchen

Kindische Attitüde

Mit der Info, das Generische Maskulinum (GM) gebe es wegen der Sprachökonomie überall, darf man Genderisten nicht kommen. Wenn man seine Rede nur an, sagen wir: Bürger adressiert, nicht auch an Bürgerinnen, stampfen sie wie kleine Kinder mit dem Fuß auf und greinen, sie fühlten sich nicht mitgemeint. Bei, sagen wir: Mörderinnen sind sie nicht so pingelig, da genügt ihnen das GM.

Matthias Meyer zur Heyde

Das Gendersternchen in der Google-Suche. Foto: Lars Rohrandt

Um überall mitgemeint zu sein, wo es ihnen gefällt, haben die Genderisten das Gender­sternchen erfunden. Sie finden schon das Wort »Gendersternchen« toll. Die Tollität speist sich natürlich aus der Kleinkindattitüde der Genderisten, aber es freut sie sehr, dass sich, wie das Wort beweise, das Deutsche auch fremdsprachige Begriffe anverwandeln könne. Eine banale Erkenntnis. Jede Sprache kann das.

Aber so geht’s: Jeder, der glaubt, er müsse seine privaten Befindlichkeiten nach außen kehren, schraubt an der Sprache her­um. In der Duden-Redaktion heißt es, Sprachveränderungen ließen sich »aushandeln«. Murks: Sprachwandel erfolgt in actu, nicht durch Gremienbeschluss. Der Genderstern ist ein totgeborenes Kind. Junge? Oder Mädchen?

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