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Kommentar zur maskenfreien Regierungsflügen

Nur Fliegen ist schöner

Fliegen im vollen Regierungsflieger ohne Maske? Geht gar nicht. Weil Otto-Normalbürger im Flugzeug selbstverständlich Maske trägt. Das Kanzler Scholz und Vizekanzler Habeck in diesen Fettnapf getreten sind, ist peinlich. Auch über den Wolken ist die Freiheit nicht immer grenzenlos. Ein Kommentar.

Von Elmar Ries

Bundeskanzler Olaf Scholz (r) und Wirtschaftsminister Robert Habeck bei ihrer Ankunft in Kanada. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Wieder mal in den Fettnapf ­gehüpft, erneut Folgen nicht bedacht. Die Performance der Bundesregierung ist derzeit nicht gut. Stein des Anstoßes diesmal: Ein Flug von Kanzler und Vizekanzler nach ­Kanada. Die Reisegruppe ist groß, der ­Flieger ist voll. Masken? Fehlanzeige. ­Videos, die unverhüllt das Unverhüllte zeigen, gehen im Netz viral.

Der Shitstorm ist vorhersehbar, er folgt der Veröffent­lichung auf dem Fuße. Warum? Weil nun einmal für ­Otto-Normalbürger im Flugzeug Maskenpflicht gilt. Da nützt es auch nichts, dass die Delegation formal im Recht war, wie die federführende Luftwaffe erklärte. In Regierungsfliegern darf maskenfrei geflogen werden, da alle Reisenden vor Abflug negative PCR-Tests vorlegen müssen.

Gleichwohl: Alle sind gleich, aber manche sind gleicher. Das ist der Eindruck, den dieser Teil der Scholz-Habeck-Reise vermittelt. Er unterminiert Vertrauen ausgerechnet in die, die Vorbild sein sollen. Dass auch die Lufthansa umgehend reagierte und fast genüsslich betonte, ein ­negativer PCR-Test befreie auf ihren Flügen nicht von der Maske, trägt nicht zur Entspannung bei. Die Folge kann nur sein: Gleiches Recht für alle. Also: Maskenfreiheit oder eben -pflicht auf allen Passagierflügen. Extrawürste sind nur schwer erklär- und gar nicht vermittelbar.

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