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Kommentar zur möglichen Absage großer Sportveranstaltungen

Konsequent inkonsequent

Die Reaktion des Sports auf die Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn ist eindeutig. Kölns Sportchef Horst Heldt etwa spricht beim Umgang mit dem Coronavirus von „konsequent inkonsequentem“ Verhalten, Fußballboss Christian Seifert kritisiert, dass vieles „nicht zu Ende gedacht“ sei. Und Spahns Parteikollege Frank Steffel (Präsident des Handball-Erstligisten Füchse Berlin) meint: „Wenn wir bei jedem Grippevirus zukünftig Sportveranstaltungen verbieten wollen, brauchen wir keine Sportveranstaltungen mehr durchzuführen.“

Oliver Kreth

Demnächst Geisterspiele vor leeren Rängen in der Bundesliga? Foto: dpa

In der Tat macht der zu erwartende Flickenteppich von Entscheidungen gerade nicht den Eindruck, dass sich die sowieso schon unübersichtliche Situation so bessern oder die allgemeine Verunsicherung reduziert werden könnte. Letztlich wird gerade die Verantwortung nur munter hin und her gepasst. Mal soll der Veranstalter entscheiden, findet etwa die Stadt Köln. Mal die Behörde.

CDU-Mann Steffel hat recht: Bleibt der Umgang mit dem Coronavirus der Maßstab, war es das mit dem Sport. Denn in jeder Grippesaison sterben zwischen Hunderten (aktuell über 200) bis zu 20.000 Menschen (2017/18 zum Beispiel 25.100) in Deutschland. Abgesagt wurde deshalb bisher – nichts.

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