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Kommentar zur Baumbesetzung im Wald der Firma Storck in Halle

Krude Argumentation

Die politischen A33-Veteranen werden sich noch daran erinnern, dass in den 90er- und frühen 2000er-Jahren linke Autonome mit Hüttendörfern den Bau der Autobahn verhindern wollten. Über 20 Jahre hat es derartige Radikalisierungen im hiesigen Raum nicht mehr gegeben. Dass es sie nun doch gibt, ist in vielerlei Hinsicht zu bedauern.

Stefan Küppers

Aktivisten besetzen den Storck-Wald. Foto: Stefan Küppers

Dass es bei der Erweiterung der Firma Storck um einen Konflikt geht, bei dem verschiedene Interessen sauber abgewogen werden müssen, wird niemand bestreiten. Und genau deshalb sind in einem jahrelangen Planverfahren tausende Seiten Fachgutachten und kritische Einwendungen ausgetauscht worden. Während des Verfahrens kam es auch bereits zu erheblichen Veränderungen. Das alles ist Teil unserer demokratischen Kultur.

Doch darum scheren sich die Weltenretter mit kruder Argumentation nicht, sie sehen nach Emotionalisierung des Themas im Kommunalwahlkampf ein persönliches Widerstandsrecht. Über Einzelheiten mag man ja weiter streiten. Aber wenn man sieht, was junge Menschen teilweise von demokratischen Prozessen halten, kann einem vor dem Hintergrund weltweiter Bedrohungen für die Demokratie Angst und Bange werden.

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