1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Überregional
  4. >
  5. Meinung
  6. >
  7. Lambrecht ist untragbar

  8. >

Kommentar zur Verteidigungsministerin und ihrem Video vom Silvesterabend

Lambrecht ist untragbar

Noch in den allerletzten Minuten des alten Jahres 2022 gelingt es Verteidigungsministerin Christine Lam­brecht, ihrem ohnehin äußerst ramponierten Ansehen weiteren schweren Schaden hinzuzufügen. Einen nicht wieder gut zu machenden Schaden. Die SPD-Politikerin ist längst untragbar geworden – und doch reicht das Problem sehr viel tiefer.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) sorgt mit einem Video vom Silvesterabend für neue Irritationen. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Instinktlos, taktlos und unfassbar unsensibel: Wirre Sätze ausgerechnet im Getöse von Böllern und Feuerwerk – einfach nur zum Fremdschämen. Mit ihrem unsäglichen Video vom Silvesterabend hat Christine Lambrecht einmal mehr bewiesen, dass sie für das Amt der Verteidigungsministerin absolut ungeeignet und in ihrem Amt hoffnungslos überfordert ist. Sie wäre es wohl schon in Friedenszeiten, aber in Kriegszeiten ist sie es erst recht. Nun ist die SPD-Politikerin endgültig untragbar geworden.

Christine Lambrecht hat ihren Anne-Spiegel-Moment lange hinter sich. Pannen und Peinlichkeiten reihen sich in einer endlosen Kette aneinander: vom 5000-Helme-Debakel bis zur Helikopter-Mutter. Und das alles, ohne je richtig im Verteidigungsministerium angekommen zu sein.

Christine Lam­brecht ist ein Spiegelbild der SPD

Doch leider handelt es sich dabei um weit mehr als „nur“ um eine gründlich verunglückte Personalie. Denn Christine Lam­brecht ist ein Spiegelbild der SPD. Die Verteidigungsministerin konnte überhaupt nur ins Amt kommen, weil die Sozialdemokraten eben nicht nur die Partei des SPD-Chefs Lars Klingbeil sind, sondern auch die der Co-Chefin Saskia Esken und vor allem die des Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich.

Zögerlichkeit in der SPD

Auch zehn Monate nach Russlands Überfall auf die Ukraine hadern viel zu viele Sozialdemokraten mit dem, was ihr ei­gener Kanzler so treffend „Zeitenwende“ genannt hat. Auch nach zehn Monaten, in denen Putins Schergen morden, brandschatzen und vergewaltigen und Kriegsverbrechen an Kriegsverbrechen reihen, gibt es in der SPD eine Zögerlichkeit und zugleich ein verbrämtes Verständnis für Russland, die einen schier fassungslos machen.

Taten passen zu selten zu den vollmundigen Worten

Auch nach zehn Monaten Krieg passen die Taten zu selten zu den vollmundigen Worten führender Sozialdemokraten – fehlt ein klares Bekenntnis, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnen muss, wenn Demokratie und Freiheit, wenn Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte in Europa nicht vor die Hunde gehen sollen.

Olaf Scholz (SPD) spricht während der Haushaltsdebatte im Bundestag mit seiner Parteikollegin Christine Lambrecht. Wie lange hält der Kanzler noch an seiner Verteidigungsministerin fest? Foto: Michael Kappeler/dpa

Wie sonst könnten Sozialdemokraten wie Michael Müller, der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, oder Ralf Stegner ihre kruden Statements weitgehend unwidersprochen zu Protokoll geben. Und genau hier findet sich auch die Antwort auf die Frage, warum Christine Lam­brecht noch immer im Amt sein darf.

Dass die CDU/CSU nun erneut ihren Rücktritt fordert, ist so erwartbar wie wohlfeil. In der 16-jährigen Kanzlerschaft von Angela Merkel lag das Amt des Verteidigungsministers immer in den Händen der Union – doch keine Ministerin und kein Minister war darunter, vor dessen Wirken man sich heute noch verneigen müsste. Der SPD und ihrem Kanzler jedoch kann das nicht als Ausflucht genügen.

Lambrecht schadet unserem Land

Längst schadet Christine Lam­brecht nicht mehr nur sich selbst und ihrer Partei, sondern sie schadet unserem Land und unserem Ansehen in der freien Welt. Wann endlich zieht Olaf Scholz daraus den einzig möglichen Schluss?

Startseite
ANZEIGE