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Kommentar zur NRW-CDU

Laumanns Zugriffsrecht

Laschets Wahl zum CDU-Chef könnte in NRW einen Dominoeffekt auslösen.

Frank Polke

Langjährige Weggefährten: Dieses Foto zeigt Armin Laschet und Karl-Josef Laumann auf dem Parteitag der NRW-CDU 2012 in Krefeld. Foto: imago images/Rüdiger Wölk

Schafft er tatsächlich den Sprung ins Kanzleramt, stellt sich spätestens im Herbst die Frage nach seiner Doppel-Nachfolge als Chef der NRW-CDU (früher) und im Amt des Ministerpräsidenten (später).

Interessenten gibt es viele, aussichtsreich sind nur wenige. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann wäre mindestens für eine Übergangszeit als Landesvorsitzender prädestiniert. Seine Medien-Präsenz, seine sozialpolitische Glaubwürdigkeit und nicht sein Einfluss als Chef des CDU-Bezirksverbandes Münsterland dürften ihm für diesen Posten das Zugriffsrecht zuweisen.

Laschet will als Ministerpräsident in die Bundestagswahl ziehen. Eile ist also nicht geboten. Doch die Politik auch in Düsseldorf ist viel zu nervös, um die Kronprinzen-Frage bis dahin auszublenden. Die Landesverfassung gibt nur vor, wer nicht in Frage kommt. Wie viel zählt Regierungserfahrung? Wie wichtig ist der regionale Proporz, welchen Einfluss machen Flügelgruppen geltend? Sondierungen und Rivalitäten sind Teile der Parteiendemokratie – und schaden nur, wenn Handelnde bei der Verfolgung ihrer Ziele das Wohl des Landes aus dem Blick verlieren.

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