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Kommentar zu Manuela Schwesig

Mehr über das Thema sprechen

Statistisch gesehen muss jeder zweite Deutsche damit rechnen, im Laufe seines Lebens an Krebs zu erkranken. Insofern ist die Diagnose, die Manuela Schwesig erhalten hat, nicht so außergewöhnlich. Ihre Prominenz als Spitzenpolitikerin lenkt den Blick nur stärker auf das Thema, als es die Erkrankung eines anderen Menschen täte.

Thomas Hochstätter

Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern ist an Brustkrebs erkrankt und legt ihre Ämter bei der Bundes-SPD nieder. Foto: Jens Büttner/dpa

Das mag man für falsch halten, weil die vielen unbekannteren Krebskranken ihren Angehörigen doch bestimmt ebenso lieb und teuer sind wie die Ministerpräsidentin den ihren. Doch in einer Mediengesellschaft ist das kaum zu vermeiden. Viele Menschen werden Manuela Schwesig jetzt baldige Genesung wünschen. Und das ist auch gut so – weil das jeder Krebskranke verdient hat.

Aufsehen erregende Schicksale wie ihres können auch zur Aufklärung beitragen. Wenn Krebsforschungszen­trum und Krebshilfe Recht haben, wären 200.000 der jährlich 500.000 in Deutschland diagnostizierten Krebsneuerkrankungen vermeidbar – so denn alle wissenschaftlich belegten Maßnahmen zur Vorbeugung umgesetzt würden. Das ist aber noch nicht der Fall. Deshalb sollten wir eher mehr über Krebs sprechen. Es ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

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