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Kommentar zu Gesundheitsminister Spahn

Minister im Schnelltest

Jens Spahn wird das Gespenst nicht los. Erst hat es beim Impfstart nicht geklappt, jetzt kommen kostenlose Corona-Schnelltests für alle doch nicht wie angekündigt zum 1. März.

Holger Möhle 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Foto: Kay Nietfeld/dpa

Wieder einmal muss der Gesundheitsminister zurückrudern, einen Fehlstart eingestehen. Vor wenigen Wochen musste er die Zurückstufung ertragen, dass Bundeskanzlerin Merkel nach Streit zwischen Bund und Ländern über die Impfstoffbeschaffung die Corona-Impfung zur Chefsache machte. Jetzt, da sich die in dieser Frage zurückhaltende Kanzlerin vorsichtig weitere Schritte zur Öffnung des gesellschaftlichen Lebens vorstellen kann, hapert es bei den Schnelltests, die zwingend Teil einer Teststrategie für die Lockerung sind. Spahn steht als Mister Corona wieder einmal im Wind. Talentiert, aber glücklos.

Man kann viel falsch machen im Kampf gegen eine Pandemie, für den es weltweit keine Blaupause gibt. Vieles passiert das erste Mal. Aber Spahn muss inzwischen aufpassen, dass er kein Minister der Ankündigung wird. Die Bundesländer sind sauer, die Menschen enttäuscht. Spahn muss dieses Mal liefern, sonst muss er bald selbst zum Schnelltest – als Minister.

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