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Optimistischer Corona-Ausblick

Mutmacher in der Krise

Der Justizminister stellt ein Ende aller Corona-Beschränkungen für das Frühjahr in Aussicht. Und selbst Gesundheitsminister Lauterbach ist nicht mehr im Alarmismus-Modus, sondern verspricht, die Welle im Herbst im Griff zu haben. Die Vorhersagen für die dunkle Jahreszeit machen Mut. Ein Kommentar.

Karl Lauterbach (r, SPD), Bundesminister für Gesundheit, und Marco Buschmann (FDP), Bundesminister der Justiz, sind sich uneins im Corona-Kurs, aber blicken mit Optimismus auf die Corona-Lage im Herbst und Winter. Foto: Kay Nietfeld

Angesichts der weltpolitischen Krisenlage macht es Mut, dass zumindest mit Blick auf Corona die Vorhersagen für die dunkle Jahreszeit so positiv sind wie noch nie in der Pandemie. Justizminister Buschmann stellt sogar das Ende aller Beschränkungen für das Frühjahr in Aussicht. Selbst Gesundheitsminister Lauterbach verkündet gute Botschaften und verspricht, eine neue Welle im Griff zu haben.

Spricht da tatsächlich der „oberste Mahner der Nation“? Aufgrund harscher Kritik beginnt Lauterbach endlich damit, eine Kehrtwende zu vollziehen. Im Frühjahr noch beschwor er eine „Killervariante“ im Herbst herauf. Jetzt schließt er diese aus und verzichtet auf Alarmismus. Es wurde höchste Zeit, dass Lauterbach verbal abrüstet. Der SPD-Politiker hat offenbar gemerkt, dass er mit hysterischen Warnungen vor allem an seinem eigenen Stuhl sägt.

Angesichts steigender Infektionszahlen kommt es darauf an, die stockende Impfkampagne in Gang zu bringen – und Gefährdete optimal zu schützen. Bislang wurde nur ein Viertel der über-60-Jährigen viermal geimpft. Dass erneut Millionen Impfdosen verfallen, darf sich der Staat nicht leisten. Eine weitere Herausforderung: Die Länder müssen jetzt über schärfere Corona-Beschränkungen entscheiden, ohne vom Bund entsprechende Richtwerte erhalten zu haben. Das darf in den nächsten Monaten nicht zu einem ständigen Schwarzer-Peter-Spiel führen.

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