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Unterwerfung oder Tod

Nicht mit diesem Islam

Von Jürgen Liminski

Eine Frankreich-Flagge weht am Élysée-Palast auf Halbmast. Foto: dpa

Es zieht sich eine geistige Linie vom Angriff der Taliban auf eine Schule in Pakistan, den Enthauptungen und Massenmorden der Terrormiliz IS bis hin zum todbringenden Angriff jetzt auf die Meinungsfreiheit in Paris. Diese geistige Linie ist der radikale Islam.

Wer sonst außer totalitär denkenden, radikalen Islamisten sollte solch einen Angriff ausüben auf die Meinungsfreiheit, den konstitutiven Kern der Demokratie, wie das Bundesverfassungsgericht sagt? Es entbehrt nicht einer gewissen Symbolik, dass dieser Angriff just an dem Tag geschieht, da der neue und seit Wochen heiß diskutierte Roman des Schriftstellers Michel Houellebecq mit dem Titel »Unterwerfung« in die Buchhandlungen kommt. Die Wirklichkeit holt die Fiktion ein.

Totalitäre Gotteskrieger dulden keine andere Meinung, für sie gilt: Unterwerfung oder Tod.

Seit Mittwoch steht erneut die Frage im Raum: Wie demokratiefähig ist der Islam? Und erneut werden alte Verdrängungsmechanismen bemüht. Zum Beispiel: Es handele sich bei den Attentätern um »einsame Wölfe«, um Einzeltäter, um radikale Verwirrte. Aber alle Terrorismus-Experten verneinen diese These. Dafür stecke in dieser Tat zu viel Organisation, Planung, Bewaffnung und Wissen über die Umstände.

Ganz gleich, wie weit der Kreis der Mittäter ist, die Grundsatzfrage nach der Demokratiefähigkeit des Islam und seiner Nähe zur Gewalt muss debattiert werden – im Interesse der Muslime in Europa. Die Attentate mögen Einzelfälle sein, aber sie werfen diese grundsätzliche Frage nach dem Nährboden von religiösem Fanatismus und Gewalt im Koran und den Schriften des Islam auf.

Hier ist die öffentliche Debatte merkwürdig kleinlaut. Natürlich wird das Attentat Bewegungen wie Pegida Auftrieb geben, ganz zu schweigen von dem Front National in Frankreich. Aber gerade um das Unbehagen und die Ängste nicht weiter zu schüren, muss Klarheit herrschen über diesen geistigen Nährboden.

Dazu gehören Fakten: In vielen islamischen Ländern herrscht ein eklatantes Demokratiedefizit. Im arabischen Raum ist bis auf Tunesien sogar kein einziger islamischer Staat demokratisch zu nennen. Es gibt kein klares Tötungsverbot wie das fünfte Gebot des Dekalogs. Auch der Grundsatz der prinzipiellen Gleichheit der Menschen kommt weder im Koran noch in den Sprüchen des Propheten noch in anderen für den Islam konstituierenden Schriften vor. Es gibt ihn nicht. Im Gegenteil. Die Grundlage für alle Demokratien sind die Menschenrechte.

Muslime haben die gleichen Rechte wie alle anderen. Für orthodox denkende Muslime allerdings sind Nicht-Muslime keine vollwertigen Menschen. Denn nach islamischer Lehre ist der Mensch von Natur aus Muslim, die menschliche Natur selbst, die »fitra«, ist muslimisch, eine prinzipielle Gleichheit aller Menschen gibt es nicht. Meinungsfreiheit ist in diesem Sinn nur befristet. Mit diesem Islam ist kein demokratischer Staat zu machen.

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