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Kommentar zum bevorstehenden Corona-Gipfel

Nicht zu viel versprechen

Impfen, testen, lockern – das ist der Dreikampf, der den heutigen Corona-Gipfel dominieren muss. Dabei kommt es auf alle drei Disziplinen gleichermaßen an.

Ulrich Windolph 

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und die Kanzlerin beim vorigen Corona-Gipfel. Foto: Federico Gambarini/dpa

Oder anders: Weitere Patzer sollten sich Bund und Länder besser nicht mehr erlauben, sonst ist „das Licht am Ende des Tunnels“ doch nur der Scheinwerfer der dritten Welle.

Die Ministerpräsidenten samt Kanzlerin müssen höllisch aufpassen, dass sich der menschlich nur allzu verständliche Wunsch nach Lockerungen nicht verselbstständigt. Denn das einst als Organisationsweltmeister gerühmte Deutschland hat zuletzt doch haarsträubende Schwächen offenbart: Wir sind zu langsam beim Impfen wie beim Einsatz von Schnelltests – und landen so im internationalen Vergleich weit abgeschlagen auf hinteren Plätzen. Das ist nicht nur peinlich, sondern es ist vor allem für immer noch zu viele Menschen tödlich!

Logische Folge ist ein eklatanter Vertrauensverlust der Bevölkerung gegenüber den politisch Verantwortlichen. Es wird höchste Zeit für ein besseres, für schlicht solides Regierungshandwerk. Gefragt ist ein Kurs, der der aktuell großen Versuchung widersteht, zu vollmundige Versprechungen zu machen, zugleich aber entschieden mehr zu bieten hat als ein dauerhaftes Vertrösten.

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