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Kommentar zum Wolfsgutachten und dem Appell für die Bejagung der Tiere

Panikmache

Zwischen berechtigter Sorge und Panikmache ist es manchmal nur ein schmaler Grat. Das Wolfsgutachten vom Landwirtschaftsverband und den Jägern sowie die »Mahnfeuer gegen uneingeschränkte Ausbreitung des Wolfes« sind zwei weitere Beispiele für Panikmache.

Dietmar Kemper

Sieben Mal wurde In NRW in diesem Jahr bislang ein Wolf gesichtet. Foto: dpa

Dadurch wird der Eindruck erweckt, als stünde eine Invasion der Wölfe bevor. Fakt ist: In NRW ist in diesem Jahr ganze sieben Mal ein Wolf gesichtet worden. Und, liebe Leser: Haben Sie in den vergangenen Monaten einen im Wald gesehen? Wohl kaum. Selbstverständlich müssen zum Beispiel Schafzüchter Wölfe nicht mögen, wenn sie über einige ihrer Tiere herfallen. Aber die Schäden sind bislang keineswegs dramatisch – da richten Wildschweine sehr viel größere an.

Wer den Abschuss von Wölfen fordert, sollte dazusagen, dass es längst möglich ist, etwa verhaltensauffällige Tiere in der Nähe von Schulen zu töten. Dramatisieren schreibt nur eine jahrhundertealte Geschichte fort, in der der Wolf stets als Gefahr dargestellt wurde. Dabei ist er als Scheu bekannt und verdient als Teil der Schöpfung Respekt statt Kugeln.

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