Kommentar zu Personaldebatten in der Union

Redet auch noch wer über Inhalte?

Armin Laschet zaudert zu viel? Markus Söder zeigt Führungsstärke? Doch wer soll einen CSU-Mann außerhalb Bayerns wählen? Und hat die CDU nicht in Jens Spahn ihre größte Zukunftshoffnung in die zweite Reihe verbannt? Über diese und weitere Fragen lässt sich stundenlang philosophieren. Und alle diese Fragen sind wichtig, denn Personalfragen sind immer auch Machtfragen .

Ulrich Windolph

Bayerns MInisterpräsident Markus Söder (CSU). Foto: dpa

Aber: Halt, Stop! Bis zur Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden und der Kür eines Kanzlerkandidaten der Union ist es noch ein halbes Jahr hin. Wie wäre es da eigentlich, wenn die Herren Bestimmt-, Vielleicht- und Nur-im-Notfall-Kandidaten a) einfach erst einmal ihre Arbeit machten und b) detailliert zu Protokoll gäben, wie sie sich die Zukunft unseres Landes vorstellen. Denn gerade in Corona-Zeiten wollen die Menschen nicht nur wissen, wer sie regiert, sondern auch, wie das konkret aussehen soll.

Zwar ist die Union allen Umfragen zufolge aktuell in einer recht komfortablen Lage. Doch möge sich niemand täuschen: Ein Gutteil der 37 bis 40 Prozent an Wählerzustimmung geht auf das Konto von Kanzlerin Angela Merkel, und die tritt ja nun nicht wieder an. CDU und CSU haben also eine formidable Lücke zu schließen. Und da dürfte pausenloses Personal-Blabla nicht reichen.

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