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Einsatz gegen kriminelle Großfamilien

Reul gibt Clans Contra

Kriminelle Clans konnten in NRW lange Zeit unter dem Radar der Sicherheitsbehörden ihren dubiosen Geschäften nachgehen. Erst vor ein paar Jahren hat NRW ihnen den Kampf angesagt. Regelmäßige Razzien sollen den Banden zeigen: Ihr könnt hier nicht mehr machen, was ihr wollt. Ein Kommentar

Von Elmar Ries

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen Foto: picture alliance/dpa | Federico Gambarini

Erneuter Schlag gegen kriminelle Clans in NRW. Der Landesinnenminister macht ernst. Das ist gut so. Und überfällig. Viel zu lange hat der Staat dem illegalen Treiben mancher türkischen, arabischen oder libanesischen Großfamilie tatenlos zugesehen. So konnten gefährliche Parallelgesellschaften entstehen, abgeschottet, mit eigenem Kodex, eigenen Normen, frei vom hier geltenden Wertekanon.

Die Clans agieren in Deutschland seit Jahrzehnten. In NRW nahmen sie die Sicherheitsbehörden erst vor drei Jahren verstärkt ins Visier. Und waren erschrocken über das eigene Lagebild. Über 100 kriminelle Großfamilien, mehr als 3800 Tatverdächtige, denen in einem Jahr über 6000 Straftaten zur Last gelegt wurden. Raub, Betrug, Erpressung, Drogen, Organisierte Kriminalität: Einige dieser Banden spielten in derselben Liga wie die Mafia.

Law-and-Order-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat das nicht nur erkannt. Er hat auch den Mut, dagegen vorzugehen. Seine Amtsvorgänger taten dies nicht, auch wenn sie sich wie Ralf Jäger (SPD) gerne als harte Hunde präsentierten. Der Großeinsatz gestern macht wie die davor eines deutlich: NRW will sich von den Clan-Banden nicht mehr tatenlos auf der Nase herumtanzen lassen.

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