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Kommentar

Risikofaktor Flucht: Sorgen um die Sicherheit

Münster

So wunderbar es ist, wenn Freiwillige in persönlicher Mission Frauen und Kinder mitnehmen oder sogar ihre Häuser für sie öffnen, so klar ist, dass eine Minderheit diese Lage ausnutzen kann. Unverzichtbar ist, dass Geflüchtete registriert und Unterkünfte geschützt werden.

Von Claudia Kramer-Santel

Eine Frau mit ihrem Kind am Bahnhof in Lwiw. Foto: Imago Foto: IMAGO/Mykola Tys

Europa ist mit der größten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert. Die EU hat zivilgesellschaftlich und politisch mit beispielloser Solidarität reagiert. Die Willkommenskultur erreicht besonders in ukrainischen Nachbarländern wie Polen und Moldau neue Dimensionen.

Doch zurecht warnen Hilfsorganisationen vor Gefahren. Eine große Gruppe von Frauen und Kinder, die Hilfe brauchen, ist eine Brutstätte für ausbeuterische Situationen und sexuelle Ausnutzung. Wegen der unbürokratischen Regelungen können sie einfach verschwinden.

So wunderbar es ist, wenn Freiwillige in persönlicher Mission Geflüchtete mitnehmen oder sogar ihre Häuser für sie öffnen, so klar ist, dass eine Minderheit diese Lage ausnutzen kann. Rettungsanker im Meer der Verlorenheit auf der Flucht sind große Organisationen und Schutz durch staatliche Behörden. Unverzichtbar ist, dass Geflüchtete registriert und Unterkünfte geschützt werden.

Noch etwas: Es ist eine Chance, dass die Mütter sofort arbeiten können. Doch als zumeist traumatisierte Kriegsflüchtlinge haben sie alles Recht der Welt, zunächst in würdigen Bedingungen zur Ruhe zu kommen, die Kinder versorgt zu wissen – und keine Angst mehr zu haben.

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