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Kommentar zum Treffen zwischen Macron und Biden

Viel Pomp als „Pardon“

Joe Biden gab sich alle Mühe, um Emmanuel Macron wie einen Sonnenkönig in Washington zu empfangen. Doch eigentlich hatte der eisige Stimmung, denn der US-Präsident hat ihn schon mehrfach enttäuscht.

Joe Biden (r), Präsident der USA, und Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, im Oval Office. Foto: dpa Foto: Andrew Harnik

Selten hat Joe Biden einen Staatsmann so glamourös empfangen wie Emmanuel Macron: Es ist der erste Staatsbesuch nach der Covid-Pandemie, es gibt Salutschüsse und ein monarchistisch anmutendes Staatsbankett. Mehr Wertschätzung geht kaum. Joe Biden hat Grund, alle Register zu ziehen: So sehr man auf gemeinsame Werte pocht – es es gibt auch knallharte Konflikte. Einer der wichtigsten entlud sich gleich zu Beginn des Besuchs. Der französische Präsident zeigte sich deutlich verschnupft über ein neues US-Gesetz, dass massive Subventionen für in den USA hergestellte Produkte für den Klimaschutz – darunter Elektroautos, Batterien und Projekte für erneuerbare Energien – vorsieht. „Ich verlange nur, als guter Freund respektiert zu werden“, erklärte Macron pikiert. Er spricht damit der Ampel in Berlin aus dem Herzen, deren Frontleute das Gesetz ebenfalls entsetzt.

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