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Kommentar zur Schreibfähigkeitsstudie

Weniger ist mehr

Wie titelte die FDP doch gleich auf ihren Plakaten zur Landtagswahl: „Rechnen, lesen, Code schreiben.“ Das klingt modern und zukunftsorientiert, geht aber am Kern des Problems vorbei, wie die jüngste Studie zur Schreibfähigkeit wieder unter Beweis stellt.

Von Andreas Kolesch

Ein Kind schreibt. Foto: dpa/Jan Woitas

Was sollen die Kinder heute nicht alles lernen: Englisch schon in der Grundschule, Informatik am besten gleich dazu, Ernährungskunde und Wirtschaftswissen. Die Zeit zum Einüben der grundlegenden Kulturtechniken wird dabei immer knapper.

Was ehedem in ganzen Lernepisoden verinnerlicht werden konnte, muss heute in Info-Häppchen verdaut werden. Wenn dann auch noch immer öfter das Handy Füller und Buch ersetzt, ist das ungute Ergebnis vorhersehbar.

Viele Neuerungen auf dem Lehrplan waren gewiss gut gemeint. Ob sie dabei helfen, ein solides Bildungsfundament zu legen, muss allerdings stark bezweifelt werden.

Wer auch immer Schulministerin oder Schulminister in der neuen Landesregierung wird: Vielleicht ist es an der Zeit, manche Dinge ein wenig zurückzudrehen. Weniger ist mehr: Das wäre dann wirklich mal modern.

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