Kommentar zur Krisenbewältigung

Wertvolles Vertrauen

Die angebliche Krise des Staates – in der Corona-Krise ist davon nichts zu spüren. Drei Viertel der Deutschen sind nach dem ARD-Deutschland-Trend mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung zufrieden. Zahlen, die angesichts der politischen Verwerfungen der vergangenen Jahre nicht selbstverständlich sind.

Andreas Kolesch

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, steigt nach einer Pressekonferenz in seine Limousine und fährt mit erhobenem Daumen davon. Während der Coronakrise fährt Altmaier seinen Wagen sicherheitshalber lieber selbst. Foto: Michael Kappeler/dpa

Die Regierung tut gut daran, dieses Vertrauen zu pflegen. Wenn Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) andeutet, dass erste Hilfszahlungen der Bundesländer für Unternehmen schon diese Woche bereitstehen könnten, dann ist das natürlich eine gute Nachricht, die aber auch neue Hoffnungen weckt.

Das Gemeinwesen darf nicht als Ganzes ins Rutschen kommen

Vielen Freiberuflern und Kleinunternehmern steht das Wasser bis zum Hals. Sie wollen wissen: Wie viel Geld bekomme ich bis wann von wem? Kein Wenn, kein Aber. Sie vertrauen darauf, dass der Staat seine Versprechen einlöst. Dieses Vertrauen darf um keinen Preis enttäuscht werden, soll nicht das Gemeinwesen als Ganzes ins Rutschen kommen.

Das gelingt nur, wenn alle mitziehen. Kammern, Kommunen, Behörden – vor allem aber die Banken. Sie sollten in diesen Zeiten den alten Wahlspruch einfach mal auf den Kopf stellen: Kontrolle ist gut – Vertrauen ist besser.

Startseite