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Kommentar zur AfD

Wie in einer Ehe

Erst hat man sich nichts mehr zu sagen, dann geht man sich aus dem Weg, am Ende steht die Scheidung. Was in einer Ehe passiert, kann auch den Spitzenpolitikern einer Partei, die nicht aus Liebe, sondern aus Kalkül eine Zweckgemeinschaft bilden, widerfahren.

Dietmar Kemper

Alice Weidel und Alexander Gauland, Spitzenkandidaten der AfD für die Bundestagswahl. Foto: dpa

Die AfD führt das gerade lehrbuchmäßig vor. Parteichefin Frauke Petry hat seit dem für sie bitteren Parteitag im April in Köln nicht mehr mit den Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gesprochen, gab Alexander Gauland als einer von ihnen offen zu.

Die Sprachlosigkeit an der Spitze ist das Ergebnis unterschiedlicher Positionen, von Animositäten und gegenseitigen Verletzungen. Angesichts der für die AfD wegweisenden Bundestagswahl schreckt das Bild einer zerstrittenen Partei zwar nicht den harten Kern der Anhänger, aber mögliche Wähler ab und kostet Prozentpunkte. Die AfD ist in der Krise – so wie damals, als Bernd Lucke von Frauke Petry entmachtet wurde.

In Köln haben Gauland und Weidel wiederum sie ausgebremst. Wenn die AfD so weitermacht, wird bald niemand mehr über die angebliche Alternative für Deutschland sprechen, weil sie sich unnötig selbst schwächt.

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