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Meinung

Zu früh im Panikmodus

Die Corona-Epidemie hält die Welt in Atem . Auch Deutschland wird spürbar betroffen sein, daran kann kein Zweifel mehr bestehen. Doch niemand kann bislang das Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen abschätzen. An den Finanzmärkten äußert sich die zunehmende Verunsicherung in sinkenden Aktienkursen und Rohöl­preisen sowie der Flucht in Gold und US-Dollar.

Jürgen Stilling

Containerschiffe liegen am nächtlich beleuchteten Containerterminal des Hafens von Qingdao. Deutsche und andere europäische Unternehmen in China leiden schwer unter der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Foto: dpa

Doch sind die Ängste rational zu begründen? Überwiegend nicht. Kein Wunder, denn Ängste sind Emotionen. Und die täglich wachsende Zahl Infizierter weckt bei vielen Menschen ein Gefühl der Hilflosigkeit. Erste Hamsterkäufe sind ein Zeichen einer übertriebenen ­Reaktion darauf. Erschreckend ist, dass auch Wirtschaftsverbände in den Panikmodus umgeschaltet haben. Sie rufen nach staatlicher Hilfe, bevor ein gravierender Schaden entstanden ist.

Noch spricht vieles dafür, dass die Menschen mit dem neuen Virustyp zu leben lernen. Mögliche Verkehrsbeschränkungen in Europa werden, wenn überhaupt, dann nur kurzfristig gelten. Produktion und Konsum erreichen dann voraussichtlich schnell wieder ihr altes Niveau. Schlimmstenfalls bleibt eine kleine Wachstumsdelle. Jürgen Stilling

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