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Westfälisches Pferdestammbuch geht neue Vermarktungswege

Erste Auktion mit Fohlen-Embryonen

Münster

Das Westfälische Pferdestammbuch mit Sitz in Münster geht in der Vermarktung neue Wege und bietet als erster Zuchtverband auf einer Online-Auktion Fohlen-Embryonen an.

Von Elmar Ries

Erstmals können in Westfalen am 25. Juli Embryonen von Fohlen ersteigert werden. Foto: Patrick Pleul/dpa

„In den Niederlanden und Belgien gibt es so etwas schon lange“, sagt der Geschäftsführer Carsten Ro­ter­mund. In Deutschland seien die Westfalen jedoch die ersten, die diesen Schritt gingen. „Wir wollen vorne mit dabei sein“, ergänzt der Vermarktungs- und kommissarische Zuchtleiter Thomas Münch. Am 25. Juli ist es soweit.

Oftmals entstehen Innovationen aus einer Krise: Beim Pferdestammbuch mit seinen rund 8000 Mitgliedern war das im vergangenen Jahr auch so. Die Corona-Pandemie machte den Präsenz-Auktionen einen dicken Strich durch die Rechnung. Keine klassische Verkaufsveranstaltungen oder neue Formate? „Wir haben die Online-Auktionen für uns entdeckt“, sagt Rotermund.

Der Erfolg kam eher unerwartet: Eine riesige Resonanz, deutlich mehr verkaufte Pferde und ein um drei Millionen Euro höherer Umsatz. Anstelle ei­nes coronabedingt ursprüng­lich eingepreisten Minus von rund 400.000 Euro stand am Ende des Wirtschaftsjahres für das Pferdestammbuch ein Plus von 150.000 Euro.

Eine Folge: Künftig wird das Stammbuch alle Auktionen als Hybrid-Veranstaltungen durchführen. Wer live vorbeikommen möchte, ist willkommen. Wer online teilnehmen will, ist es genauso.

Eine weitere Konsequenz aus den erfolgreichen Onli­ne-Vermarktungen ist die Em­­bryonen-Auk­tion. „Hier geht es natürlich immer um ganz besondere Abstammungen“, sagt Rotermund. Wie beispielsweise Olympiasieger-Gene im Doppelpack. Das Segment ist also ganz klar die Hochleistungszucht. Entsprechend gering wird das Angebot sein, dafür mutmaßlich sehr international die Schar der Interessenten.

Embryonentransfers bei Stuten sind seit Jahren in allen großen Pferdezuchtgebieten Europas Routine und gewinnen als moderne Reproduktionsmethode immer mehr Bedeutung. „Das genetische Material weiblicher Zuchttiere ist wesentlich besser zu nutzen“, erklärt das Stammbuch in einer Mitteilung. Generell können so pro Stute mehr Fohlen erzeugt und Sportstuten beispielsweise weiter im Sport eingesetzt werden. Das sind die Vorteile für die Verkäufer. „Die Käufer hingegen können auf diese Weise ihre Zuchtlinie optimieren“, so Münch.

Das Stammbuch trifft für die Online-Auktion die Auswahl der zugelassenen Em­bryonen. Die Kollektion wird wie gewohnt online mit allen Informationen bereitgestellt. Käufer müssen die geborenen Fohlen später westfälisch registrieren lassen.

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