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Hausbauplanung: Diese Faktoren sind wichtig

Bei der Planung des eigenen Hauses denken viele Hausherren zuerst an zwei Details: Die Lage des Hauses und daran, wie das Gebäude überhaupt aussehen wird. Unbestreitbar sind dies wichtige Faktoren, immerhin spielt die Gebäudeart für die Frage eine Rolle, ob ein Haus familientauglich ist oder nicht. Doch kommen noch weitaus andere Faktoren mit ins Spiel. Wer an diese denkt, ist später im Vorteil.

Ohne eine intensive Bauplanung wird der Traum von den eigenen vier Wänden nicht Realität. Foto: @ Sven Mieke / Unsplash.com

Professionelle Bauberatung wird immer wichtiger

Heute lassen sich Gebäude in vielen verschiedenen Varianten errichten, so dass relativ individuelle Häuser auch im Fertighaus-Bereich kein großes Problem mehr darstellen. Die Zahl der verschiedener ist so vielfältig wie deren Angebote. Aus diesem Grund hilft eine professionelle Bauberatung dabei, die Baufirma nach den wichtigsten eigenen Kriterien auszuwählen. Je nach persönlicher Präferenz ergeben sich daraus andere Möglichkeiten.

Mögliche wichtige Kriterien sind:

1. Lärm- und Schallschutz

Vermutlich wird nun gedacht, dass diese Faktoren irrelevant sind, schließlich steht das eigene Traumhaus nicht in einer Hauptstraße oder in Flughafennähe. Letzteres haben sich so manche Anwohner von neu errichteten Start- und Landebahnen ebenfalls gedacht. Doch selbst in kleinen Wohnsiedlungen sind Lärm- und Schallschutz ein Segen. Einige Beispiele:

-     Reihenhäuser/Doppelhaushälften – je nach Bauart sind die Gebäude sehr hellhörig. Ein Schall- und Lärmschutz zwischen den einzelnen Häusern als zusätzliche Trennung schont nicht nur die eigenen Nerven, sondern kann auch vor Nachbarschaftsstreitigkeiten schützen.

-     Schallschutz Fenster – ist eine Schule in der Nachbarschaft, ein Kindergarten oder auch ein Glascontainer? Hausbesitzer mit recht schalldichten Fenstern sind nun im Vorteil. Dieser Aspekt kommt übrigens immer stärker zum Tragen, da vermehrt Müllcontainer unterirdisch erstellt werden. Die Leerung ist durch die Metallwanne deutlich lauter als die Leerung einer gewöhnlichen Mülltonne.

-     Hobbyraum – viele Hausbesitzer möchten sich einen Hobby- oder Partyraum einrichten. Entsprechender Schallschutz ist nun wiederum hilfreich, denn der Lärm dringt einfach nicht in die oberen Geschosse.

Grundsätzlich ist es bei Häusern so, dass weit in die Zukunft geplant werden muss. Einige Bauvorhaben lassen sich zwar schon vor dem Kauf in Erfahrung bringen und die Wahrscheinlichkeit, dass mitten in der Wohnsiedlung ein Flughafen oder Bahnhof entsteht, ist auch gering. Doch was ist mit dem Einkaufszentrum, welches fünf Kilometer entfernt errichtet werden könnte? Ist die Hauptstraße für Autofahrer unpraktisch, so nutzen sie gerne die Nebenstraßen. Schon kann aus der ruhigen Straße eine heimliche Hauptstraße werden. All die Gemeinden und Anwohner, die seit Jahren von mautunwilligen Lkw geplagt sind, können gut darüber berichten.

2. Dämmwert

Dieser Faktor ist bereits bei der Bauplanung wichtig, da der Dämmwert mit darüber entscheidet, inwieweit Fördermittel beantragt werden können. Zudem entscheidet er darüber, wie viel Energie für die Wärmegewinnung benötigt wird. In der Praxis gibt es heute nur noch zwei Haustypen:

-     Niedrigenergiehaus – das Gebäude ist in mehreren Stufen zu bauen und wird praktisch der KfW zugeschrieben, da die Bank mit ihrem Förderprogramm die allseits bekannten Bezeichnungen herausgebracht hat. Ein KfW 55-Haus verbraucht beispielsweise nur noch 55 Prozent der Energie eines herkömmlichen Hauses, ein KfW 30-Haus dreißig Prozent.

-     Passivhaus – das Haus unterhält sich beinahe von alleine. Eine zusätzliche Heizung wird nicht benötigt, da das Haus die Temperatur selbst hält. Dieser Haustyp ist kompliziert und auch für Bewohner nicht unbedingt immer komfortabel. Um nämlich die Temperatur zu halten, wird mit einer Lüftungsanlage genutzt – das bloße Öffnen von Fenstern und Türen ist nur noch bedingt vorgesehen. Auch ein Kamin ist nicht möglich, da er eine externe Heizquelle darstellt. Allerdings gibt es auch bei Passivhäusern praktische Abweichungen.

Dämmwerte sind künftig immer entscheidender, denn mit der steigenden CO2-Bepreisung kostet Wärmeenergie zusätzlich.

3. Wohngesundheit

Dieser Aspekt ist für viele Menschen immer wichtiger. Nicht nur soll das eigene Haus möglichst natürlich erbaut werden, auch die Innengestaltung soll das Wohlfühlklima fördern und somit die Wohngesundheit sicherstellen. Aber was gibt es da?

-     Kalkputz – mit einem speziellen Kalkputz versehene Wände sind wahre Schätze. Der Kalk hilft nämlich bei der Regulierung der Luftfeuchtigkeit, indem er die Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt, wenn diese zu hoch ist. Sinkt die Luftfeuchtigkeit im Raum, gibt der Kalk die gespeicherte Feuchtigkeit wieder ab. So entsteht ein sehr gleichbleibendes und angenehmes Klima. Achtung: Kalkputz kann nicht mit allen Farben gestrichen werden.

-     Holz – Holz ist ein wunderbar lebendiger Rohstoff, der die Wohngesundheit quasi im Handumdrehen erhöht. Die perfekte Lösung für Wohnräume sind tatsächlich Holzdielenböden. Diese Option ist aber auch teuer, wobei bedacht werden muss, dass Holzdielen Generationen überdauern. Durch ihre Dicke lassen sie sich immer wieder abschleifen. Aber auch Naturholzmöbel helfen dem Wohnklima auf die Sprünge.

-     Licht – zur Wohngesundheit gehören helle, freundliche und lichtdurchflutete Räume, jedoch mit der Möglichkeit, das Licht sicher auszusperren, wenn es notwendig ist. Immer mehr Architekten nutzen beispielsweise für das Dachgeschoss Oberlichter zusätzlich zu Fenstern. Gerade Flure lassen sich so gut beleuchten.

Bei diesem Punkt lohnt es sich, sich genauer mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Rund um Fenster und das Licht dürfen Rollladen nicht vergessen werden, denn sie sind es, die in der Nacht vor Lichtverschmutzung schützen.

4. Finanzielle und rechtliche Aspekte

Wichtig ist, einen Bauvertrag mit einer Bauzeitgarantie abzuschießen, in deren Rahmen natürlich auch die Kosten festgelegt sind. Ansonsten könnten hohe Forderungen auf Bauherren zukommen, denn:

-     Preissteigerungen – wer letzten Oktober einen Bauvertrag ohne Bauzeitgarantie abgeschlossen hat, doch der Bau beginnt er jetzt, wird höhere Kosten zu stemmen haben. Rund um den Hausbau sind die Kosten massiv gestiegen. Mit einer Bauzeitgarantie mit garantiert festgeschriebenen Kosten innerhalb der Garantie wäre die Preissteigerung kein Thema.

-     Rechtliche Aspekte – nicht alle Ideen lassen sich umsetzen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Außenbereich gestaltet wird. Zaunhöhen, Abstände, Überdachungen und auch Materialien sind von den jeweiligen Gemeinden festgelegt.

5. Individuelle Planung möglich?

Dieser Aspekt betrifft im Regelfall Fertighäuser, da Architektenhäuser stets frei geplant werden. In welche Aspekte kann ein Bauherr beim Hausbau eingreifen? Bei der Wahl eines Bauherrn oder Fertigbauanbieters muss unbedingt nachgefragt werden, welche Details abänderbar sind – und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Am Ende soll das Eigenheim den eigenen Wünschen und Vorstellungen entsprechen. Foto: Brett Jordan / Unsplash.com

Fazit – Listen vor dem Bau

Wer ein Haus plant, der sollte sich eigene Listen anfertigen und genau festlegen, was wichtig ist und worauf auch verzichtet werden könnte. Umso genauer die eigenen Vorstellungen sind, desto eher klappt es auch mit einem Hausanbieter oder Architekten. Ungefähre Vorstellungen führen nur dazu, dass es im Nachhinein Ärgernisse gibt. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann zudem auf eine Bauberatung setzen.

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