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Kinderkleidung pflegen: So bleiben Lieblingsstücke länger tragbar

Kaum ein Modeartikel wird so häufig gekauft wie Kinderkleidung – und oft muss man diese schon kurz darauf wieder aussortieren. Teils wegen eines Wachstumsschubs, oft aber auch wegen hoher Beanspruchung. Gut zu wissen: Wer die Textilien richtig pflegt, kann auch bei hoher Belastung ihre Lebenszeit verlängern.

Foto: vova130555 / clipdealder.de

Schon beim Kauf haben Eltern einen Einfluss darauf, wie lange die gewählte Kindermode hält. Achten sollten sie auf widerstandsfähige Materialien, hochwertige Verarbeitung und eine passende Größenwahl. Hat man in einem umfangreichen Sortiment an Qualitätsprodukten passende Kinderkleidung gefunden, entscheiden die Materialien über die Pflege. In Zeiten des Klimaschutzes ist das Interesse an Pflegemaßnahmen gewachsen. Nachhaltigkeit ist ein omnipräsentes Thema. Sowohl in Unternehmen als auch der Gesellschaft wird Umweltbewusstsein immer wichtiger. Auch der Großteil aller Eltern bemüht sich um einen nachhaltigen Lebensstil. Um Kindern jenen beizubringen, will man Neugekauftes lange erhalten und nicht wegwerfen. Vom Strampler bis hin zum Lieblingsshirt: Wie bleibt die Garderobe der Kleinen lange widerstandsfähig, ohne die sensible Kinderhaut zu belasten?

Wieso Kinderkleidung so schnell an Qualität verliert

Kindergarderobe macht so einiges mit. Beim Toben stellt sie Tag für Tag ihre Flexibilität unter Beweis. Beim Spielen wird daran herumgezerrt. Im Garten gerät Dreck darauf und beim Essen wischen sich die Kleinen den Mund daran ab. Belastungen wie die letzteren beiden führen dazu, dass man die Kleidungsstücke öfter waschen muss. Das ist ungünstig – denn je öfter Textilien gewaschen werden, desto schwächer werden ihre Fasern. Zu den widerstandsfähigsten Stoffen zählt Denim. Dasselbe gilt für Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Wolle. Dennoch gilt auch hier: Ohne die richtige Pflege verkürzt sich die Lebensdauer der Kleidungsstücke. Nicht nur der Stoff wird nach etlichen Waschgängen zum Problem. Noch sensibler reagieren farbenfrohe Aufdrucke, Applikationen und Bestickungen. Gerade auf Kinderkleidung sind jene häufig zu finden – und ganz besonders auf den Lieblingsstücken der Kleinen. Die wichtigsten Pflegehinweise finden sich auf den jeweiligen Etiketten. Hierdurch erfährt man zumindest, ob und bei wie viel Grad man sie waschen, bügeln, bleichen oder chemisch reinigen kann. Um die Garderobe lange zu erhalten, braucht es trotzdem einige Zusatztipps.

Richtige Pflege ab dem ersten Waschgang

Vor dem ersten Tragen kommt Kinderkleidung mindestens einmal in die Waschmaschine. Ablagerungen und Schadstoffe werden dadurch entfernt und von der empfindlichen Kinderhaut ferngehalten. 30 bis 40 Grad reichen für den ersten Waschgang aus. Am besten wird auf links gewaschen, damit sich keine Fussel oder Knoten bilden. Idealerweise verwendet man zum Waschen immer besonders mildes Waschmittel. Einige sensitive Produkte wurden speziell für Kinderhaut entwickelt. Abzuraten ist bei der Pflege von Kinderkleidung von Weichspüler – und das auch schon beim ersten Waschen. Auch stark parfümierte Waschmittel sind fehl am Platz. Das gilt insbesondere bei Kleidungsstücken für Babys, denn sie reagieren oft empfindlich auf Gerüche.

Waschtipps für Lieblingskleidungsstücke

Je höher die Temperatur, desto belastender sind Waschgänge für Textilien. Besonders die Farben werden schnell herausgewaschen. Trotzdem entfernen niedrige Gänge oft nicht alle Flecken. Hartnäckige Verschmutzungen behandelt man vorab mit kaltem Wasser und Gallseife. Danach hängt man sie zum Ausbleichen in die Sonne. Dieses Vorgehen ist deutlich sanfter als die Verwendung von chemischen Fleckentfernern. Jene eignen sich für Kinderkleidung nicht. Beim Waschen der vorbehandelten Kleidung dosiert man das Waschmittel in Abstimmung auf den noch gegebenen Verschmutzungsgrad. Je besser man vorgearbeitet hat, desto weniger ist nötig. Dadurch beim Waschen die Belastung der Kleidung. Zu viel Waschmittel sollte möglichst nicht in die Maschine wandern. Denn die Produkte lassen das Textil schneller verblichen wirken. Bleichende Sorten sind bei farbenfroher Kinderkleidung sowieso zu meiden. Auch in den Trockner sollte Lieblingskleidung lieber nicht. Auf der Wäscheleine dauert das Trocknen länger, dafür sind die Textilien vor Einlaufen und Verziehen geschützt. Sind Motive oder Applikationen auf den Kleidungsstücken, gilt beim Waschen:

- Immer auf links drehen.

- Streng die Pflegehinweise auf dem Etikett beachten.

- Nicht mit Kleidung waschen, die abfärben kann.

- Spezielle Wäschebeutel verwenden, die vor äußeren Einflüssen wie Reibung, Verkleben und Verheddern schützen.

- Handwäsche für besonders filigran gestaltete Produkte bevorzugen.

- Beim Bügeln ebenfalls auf links drehen und Applikationen mit Baumwollstoffen abdecken.

Eine besondere Herausforderung ist gestrickte, selbstgenähte und gehäkelte Kindermode. Selbstgenähte Stücke sollten nur selten gewaschen werden. Waschgänge nach jedem Tragen sind in diesem Fall nicht empfehlenswert. Grundsätzlich wählt man am besten immer Feinwäsche bei 30 Grad. Zu stark schleudern sollte man Genähtes, Gehäkeltes und Gestricktes niemals. Maximal 900 Umdrehungen sind ein guter Orientierungswert. Davon abgesehen sollte die Verwendung hochwertiger Feinwaschmittel Standard sein. Stärkere Verschmutzungen behandelt man vorab per Handwäsche. Wer auf Nummer sicher gehen will, wäscht entsprechende Kleidung immer in Waschbeutel verpackt. Gerade Häkel- und Strickware verfangen sich leicht in der Maschine oder in anderen Kleidungsstücken.

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